In der Klasse der leichten Sportwagen nimmt der Morgan 4/4 Competition eine ganz eigene Stellung ein. Das Modell von 1971 kombiniert historische Handwerkskunst mit einem pragmatischen, sportlich abgestimmten Antriebskonzept und bleibt dennoch überraschend genügsam im Gewicht. Typisch für die 4/4-Baureihe ist die Konzeptidee im Namen: vier Räder, vier Zylinder — ein klares Versprechen an Fahrdynamik und Einfachheit. Die Competition-Ausführung setzt diesen Gedanken auf Diät: leichtere Bauweise, straffere Karosserieabstimmung und eine optimierte Federung, sodass sich jede Kurve intensiver anfühlt. Das vorliegende Exemplar aus dem Baujahr 1971 trägt einen 1,6‑Liter‑Vierzylinder mit 83 PS, verbunden mit einem manuellen Getriebe — eine überschaubare, aber ehrliche Leistungscharakteristik. Bei einem Leergewicht von unter 800 Kilogramm reicht diese Motorisierung, um lebhaftes Vorankommen und eine präzise Balance zwischen Lenkung, Bremsen und Motorabgabe zu ermöglichen. Das Fahrzeug zeigt sich äußerlich in der markanten schwarz-gelben Kombination, die dem offenen Fahrgefühl eine lebhafte Note verleiht.
Ein klassischer Auftritt

Die äußeren Kotflügel sind getrennt, die Drahtspeichenräder erinnern an handwerkliche Fertigung, und das Interieur atmet mit schwarzem Leder und holzgeprägten Elementen Klassik. Altersbedingte Gebrauchsspuren und kleinere Lackschäden gehören zum Erscheinungsbild, ohne die grundlegende Substanz zu beeinträchtigen. Der Unterboden ist in gutem Zustand, ohne Durchrostungen, die Reifen zeigen noch ausreichendes Profil. Innenmaterialien weisen altersgemäße Patina und Einsatzspuren, die dem Wagen Charme verleihen. Besonders reizvoll ist die Kombination aus einfacher Instrumentierung und handwerklicher Eleganz, die das Fahren selbst zur Zeremonie macht. Ein original eingebautes Blaupunkt-Radio gehört zur Ausstattung, ebenso wie ein originaler Reisekoffer, der Geschichte transportiert und den Zustand des Wagens unterstreicht. Trotz der bewegten Historie ist der aktuelle Wagen unter der jetzigen Führung unfallfrei geblieben. Keine Zulassung.
Technik und Fahrgefühl

Der 1,6‑Liter‑Motor mit 83 PS mag heute vorsichtig bemessen erscheinen, doch in Verbindung mit dem geringen Gewicht übersetzt sich das in flinke Beschleunigung und ein unmittelbares Lenkgefühl. Das manuelle Getriebe unterstützt eine gezielte Fahrweise, die für Enthusiasten der klassischen Fahrkultur essenziell ist. Servicehistorie ist lückenhaft dokumentiert: Letzter bekannter Service datiert aus 2019 und ein vollständiges Scheckheft liegt nicht vor. Die Darstellung der Laufleistung mit etwa 80.000 Kilometern lässt das Fahrzeug als gemäßigt bewegt erscheinen und passt zur Historie eines Drittbesitzers. Die Competition-Version legt Wert auf Leichtbau und ein straffer abgestimmtes Fahrwerk; sie signalisiert, dass der Morgan nicht nur Show, sondern Fahrspaß bieten will. Trotz sportlicher Ansage bleibt der Charakter traditionell: offene Formen, separate Kotflügel und handgearbeitete Details stehen für eine Ästhetik, die nicht von kurzfristigen Trends abhängig ist.
Erhaltung und Unterlagen

Die Dokumente zeigen sich in erfreulicher Weise: Die deutschen Fahrzeugpapiere und das Bordbuch sind vorhanden; zudem liegt ein TÜV-Bericht vor, auch wenn aktuell keine gültige Hauptuntersuchung vorliegt und das Fahrzeug nicht zugelassen ist. Solche Dokumente sind für historische Fahrzeuge von doppeltem Wert: sie erzählen Herkunft und Nutzung und erleichtern behutsame Restaurationsarbeiten oder spätere technische Abnahmen. Der geschätzte Besitzwechsel in zwei vorangegangenen Händen begründet die heutige langjährige Betreuung, die seit über zwanzig Jahren währt. Damit verbunden ist eine bekannte Unfallfreiheit seit dem Eigentümerwechsel, was die Bausubstanz für Liebhaber stabiler Karosserien attraktiv macht. Gleichzeitig werden kleinere Lackschäden, Steinschläge und Gebrauchsspuren genannt, die bei einem Fahrzeug dieses Alters zu erwarten sind und die ruhige Patina erklären. Innen ist das Leder altersbedingt gebraucht, aber intakt; eine Neubelegung wäre möglich, doch die originale Haptik zieht viele Kenner an.
Pflege und Historie

Der letzte größere Service wurde 2019 durchgeführt; seither sind regelmäßige Pflege und punktuelle Wartungen zu erwarten. Ein lückenloses Serviceheft fehlt, was bei der Bewertung historischer Fahrzeuge immer ein Thema für Detailprüfung ist. Die vorhandenen Papiere und das Handbuch erleichtern dennoch Recherche und Pflege, sie sind ein wertvoller Anhaltspunkt für Restaurateure. Für klassische Fahrzeuge gilt: Substanz und Dokumentation zahlen sich langfristig aus. Die Kombination aus guter Basis, vorhandenem TÜV-Bericht und intaktem Unterboden legt nahe, dass der Wagen solides Potenzial für konservative Erhaltung oder moderate Instandsetzung besitzt. Solche Aspekte sind für Sammler entscheidend, insbesondere wenn Originalität und Patina gewollt sind. Antriebs- und Fahrwerkskomponenten scheinen gepflegt; die Reifen in gutem Profil sind ein positives Detail. Der etwas niedrigere Leistungswert von 83 PS fordert eine präzise Übersetzung und belohnt mit einer direkten, nicht überpowernden Dynamik. Ein Fahrgefühl, das lange bleibt.
Ein Merkmal im Fokus: Leichtbau
Das herausragende Merkmal der Competition-Variante ist der konsequente Leichtbau: unter 800 Kilogramm Leergewicht verleiht diese Reduktion dem Wagen Agilität und Sinn für fahrerische Präzision. Leichtbau bedeutet hier nicht nur weniger Masse, sondern eine Philosophie: jede Bewegung wird unmittelbarer, die Lenkung spricht früher an, und Kurvenverhalten wird zum direkten Dialog zwischen Fahrer und Maschine. Im Alltag heißt das: geringerer Trägheitseffekt beim Einlenken, weniger Belastung der Bremsen und eine sportliche, aber stets kontrollierbare Dynamik. Die Serienmotorisierung der Competition-Modelle reichte bis etwa 95 PS, doch dieses Exemplar mit 83 PS demonstriert, wie Effizienz und Gewichtsersparnis oft mehr Fahrspaß erzeugen als reine Leistungszahlen. Außerdem sorgt das niedrige Gewicht für geringere Belastung der Reifen und Bauteile, was speziell bei älteren Chassis die Langlebigkeit fördert. Das Fahrwerk der Competition-Ausführung ist straffer abgestimmt und belohnt präzises Fahren mit direkter Rückmeldung.
Faszination und Fahrkultur
Für Liebhaber klassischer Mobilität bedeutet das mehr als technische Daten: es ist eine Haltung, die das sinnliche Erlebnis des Fahrens betont. Das Gefühl, eine Maschine zu bewegen, die auf Reduktion und handwerklicher Fertigung basiert, hat eine unmittelbare ästhetische Qualität. Instrumente sind einfach gehalten, die Bedienung physisch, und der Fahrer wird Teil eines transparenten technischen Systems, statt nur Nutzer einer anonymen Leistungseinheit zu sein. Dieses Exemplar bringt dazu einige sinnstiftende Details mit: ein originales Blaupunkt-Radio, das in der Ära als Komfort galt, und ein Reisekoffer im Gepäckraum, der Geschichten von Ausfahrten erzählen könnte. Solche Gegenstände vervollständigen nicht nur das Bild, sie verbinden fahrphysische Erfahrung mit kultureller Erinnerung — ein wichtiger Aspekt bei der Bewertung klassischer Automobile. Die Laufleistung von rund 80.000 Kilometern wird hier als Beispiel eines moderaten Nutzungstands angeführt.
Fazit: Klassiker mit Charakter
Als Finale bleibt die Vorstellung: an einem sonnigen Morgen die Motorhaube öffnen, das leichte Kurvenverhalten spüren und mit dem Holzlenkrad den Rhythmus einer längst vertrauten Fahrkultur erleben. Die Kombination aus handwerklicher Ästhetik, einem kompakten 1,6‑Liter‑Motor und der Competition-spezifischen Abstimmung macht diesen Morgan zu einem emotional überzeugenden Beispiel klassischer Mobilität. Dass Papiere, Handbuch und ein originaler Koffer vorhanden sind, erhöht den Reiz für Sammler, die Authentizität schätzen. Für Freunde klassischer Fahrzeuge bleibt der Morgan 4/4 Competition von 1971 ein symbolträchtiges Stück Automobilgeschichte — leicht, direkt und voller Charakter.
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