Ein schwarz lackierter Roadster aus dem Jahr 1951 verkörpert jene Art von automobiler Poesie, die Motorenthusiasten seit Generationen verzaubert. Der Jaguar XK120 war Jaguars erste Neuerscheinung als Sportwagen nach dem SS 100 und erreichte bei seiner Einführung Aufsehen durch Leistung und Eleganz. Mit einem 3.442 cm³ Reihen-Sechszylinder mit doppelter obenliegender Nockenwelle, der rund 160 bhp bei 5.000 U/min leistet, setzt dieses Fahrzeug Maßstäbe jener Ära. Die theoretische Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h machte ihn zu einem der schnellsten Straßensportwagen seiner Zeit. Bei der Konstruktion wechselten die Karosserieteile in den frühen Jahren von Aluminium zu Stahl, ein Wandel, der sowohl in Ästhetik als auch in Haltbarkeit seine Spuren hinterließ. Dieses besondere Exemplar, ein Competition Roadster mit der Chassisnummer 660689, stammt aus dem Februar 1951, dem Jahr von Jaguars erstem Le-Mans-Sieg.
Historie und Herkunft

Die frühe Zuordnung zu Händlern wie Henlys und Willetts in Eastbourne verankert das Fahrzeug unmittelbar in der britischen Nachkriegsszene. Der erste dokumentierte Besitzer war eine Frau; Anfang 1952 ging der Roadster in den Besitz des Londoner Geschäftsmanns Mark Levy über, der das Auto bis ungefähr 1969 behielt. Später gehörte das Fahrzeug dem Londoner Chirurgen Dr. Peter Leaver, der es ab 1979 über mehr als 35 Jahre pflegte. Als Competition Roadster war dieses Exemplar von AJK 48 in zahlreichen Wettbewerben aktiv: Rallyes, Bergrennen und Zeitfahren prägten seine frühen Jahre. Besonders eindrücklich sind die Auftritte beim Rallye International Evian–Mont-Blanc 1952, wo das Fahrzeug auf mehreren Prüfungen die Bestzeiten setzte und am Colombier-Bergsprint sogar einen Streckenrekord fuhr. Bei der Schlussphase des Evian-Rallyes musste das Team jedoch aufgeben, nachdem Bremsversagen die Weiterfahrt unmöglich machte.
Rennseele und Wettbewerbe

Im weiteren Verlauf von 1952 eroberte der Wagen Bergrennen wie Prescott und Shelsley Walsh, wobei er bei Shelsley Walsh die zweitschnellste Zeit des Tages erzielte, und nahm an Speed Trials in Brighton teil. Im Krönungsjahr 1953 trat der Roadster bei zwei BARC Members’ Meetings in Goodwood an und bestätigte so seine Vielseitigkeit sowohl auf der Straße als auch auf dem Kurs. Das Auto trat 1957 im britischen Film The Truth About Women in Erscheinung; für die Szene wurde es rot lackiert und führte den Protagonisten durch die Eröffnungstitel. Solche Auftritte verbinden den XK120 mit Popkultur und zeigen, wie stark das Design des frühen Jaguar in Erinnerung geblieben ist.
Aussehen und Ausstattung

Die Kombination aus schwarzem Äußeren und einem kontrastierenden Innenraum in Biscuit und Rot, ergänzt durch Competition-Sitze und schwarze Drahtspeichenräder, verleiht dem Wagen eine authentische Rennoptik. Eine umfassende Restaurierung durch JD Classics vor der Mille Miglia 2019 brachte das Fahrzeug wieder in einen Zustand, der sowohl historisch akkurat als auch fahrbereit für moderne Oldtimer-Prüfungen ist. Das Interieur blieb dem klassischen Charakter treu; die Kombination aus Biscuit- und Rottönen sowie die Competition-Sitze vermitteln Sportlichkeit und Komfort zugleich. Fahrwindschutzscheiben im Rennstil, der Verzicht auf Stoßstangen und schwarze lackierte Drahtfelgen unterstreichen die Competition-Herstellungsauslegung des Wagens.





Das Herz des Fahrzeugs

Mechanisch bleibt der XK120 ein Lehrstück britischer Ingenieurskunst: der 3.442 cm³ große Reihen-Sechszylinder mit zwei obenliegenden Nockenwellen war 1948 bis 1954 eine technische Referenz. Die doppelte obenliegende Nockenwelle erlaubte höhere Drehzahlen und präzisere Ventilsteuerung, was sich in der Kombination aus Durchzugsstärke und der bei 5.000 U/min erreichbaren Leistung von rund 160 bhp zeigte. Dieses Aggregat machte den XK120 nicht nur schnell, sondern auch zuverlässig genug für Langstreckenprüfungen und Bergsprints, wie seine Renngeschichte belegt.
Provenienz und Zustand
Nach der Restaurierung präsentiert sich der Roadster in einem Zustand, der ihn für klassische Rallyes und Langstrecken-Veranstaltungen wie die Mille Miglia qualifiziert; sogar eine Rückkehr zur Mont-Blanc-Prüfung wäre denkbar. Die handwerkliche Aufarbeitung durch einen erfahrenen Spezialisten erklärt die Balance aus originalgetreuer Optik und der technischen Zuverlässigkeit, die moderne Oldtimer-Teilnehmer erwarten. Selbst der Kilometerstand, der auf Anfrage mitgeteilt werden kann, ist ein weiterer Aspekt, der den hervorragenden Gesamtzustand des Wagens unterstreicht.
Warum dieser XK120 fasziniert
Zu den stärksten Vorzügen dieses speziellen XK120 gehört die Kombination aus authentischer Wettbewerbsausstattung und einer dokumentierten Historie. Rennwindschutzscheiben, der bewusste Verzicht auf Stoßfänger und die schwarzen lackierten Drahtfelgen geben ihm jene unverwechselbare Silhouette, die ihn auf einem Zeitstrahl zwischen Straße und Rennstrecke verortet. Die früh dokumentierten Händlerverbindungen und die belegten Besitzverhältnisse — namentlich die langjährige Zugehörigkeit zu Mark Levy und die mehr als 35 Jahre andauernde Pflege durch Dr. Peter Leaver — verleihen dem Wagen Provenienz und Beständigkeit.
Fazit
Die Möglichkeit, an großen historischen Prüfungen teilzunehmen — von der Mille Miglia bis zu einer möglichen Rückkehr an den Mont-Blanc — macht den Wagen zu einem lebendigen Zeugnis automobilen Erbes. Für Sammler und Liebhaber ist die Faszination nicht nur technischer Natur; sie liegt auch in der Provenienz, den frühen Renneinsätzen und der Geschichte, die sich an jeder Naht und jedem Zifferblatt ablesen lässt. Angeboten in ausgezeichnetem Zustand steht dieser XK120 als Beispiel dafür, wie historische Fahrzeuge wiederbelebt werden können, ohne den Charakter der Zeit zu verwässern. Seine Teilnahmehistorie, die lange und nachweisbare Besitzerkette sowie die penible Restaurierung lassen ihn als ein rundum glaubwürdiges und fahrbereites Zeugnis der frühen Nachkriegs-Sportwagen erscheinen. Wer vom direkten Kontakt zur Maschine träumt, findet in diesem schwarzen Roadster mit Biscuit‑und‑Rot-Innenraum und Competition-Sitzen eine puristische Antwort auf die Sehnsucht nach echter Mobilität. Der Kilometerstand kann auf Anfrage genannt werden und gehört zu den Unterlagen, die den hervorragenden Zustand zusätzlich belegen. Als Zeugnis der frühen Jaguar-Ära verbindet dieses Auto Ingenieurskunst, Renngeschichte und eine Ästhetik, die heute noch den Puls vieler Liebhaber höher schlagen lässt. Ein Stück fahrender Geschichte, das dazu einlädt, Straße und Erinnerung neu zu erfahren.
Bilder: Anbieter des Fahrzeuges



