Elektrischer MPV als Brückenschlag zwischen Bulli und Zukunft
Mit dem BUDD-e zeigte Volkswagen, wie ein moderner, rein elektrischer MPV aussehen kann, der Emotion und Vernunft verbindet. Das Concept Car, das Anfang 2016 auf der CES in Las Vegas seine Weltpremiere feierte, tourt inzwischen durch China und fungiert dort als Botschafter für eine neue Art der Elektromobilität. Optisch zitiert der BUDD-e klar den legendären „Bulli“ und spannt damit den Bogen von den Wurzeln der Marke in die elektrische Zukunft. Für Fans klassischer Vans ist dieser Ansatz spannender als ein weiterer anonymer Crossover: Hier steht Raumgefühl und Lebensstil im Mittelpunkt, kombiniert mit moderner Technik.
Technisch ist der BUDD-e das erste Fahrzeug auf Basis des Modularen Elektrifizierungsbaukastens (MEB). Mit einer Außenlänge von 4.597 mm, einer Breite von 1.940 mm und einer Höhe von 1.835 mm trifft er genau die Mitte zwischen Stadt- und Langstreckenfahrzeug. Der lange Radstand von 3.151 mm sorgt zusammen mit einem Wendekreis von 11,5 m für viel Platz innen und eine überraschend handliche Fahrbarkeit im dichten Stadtverkehr – ein Schlüsselfaktor in chinesischen Megacitys.
Leistungsstarker Allradantrieb und alltagstaugliche Reichweite
Unter dem kantigen Van-Kleid arbeitet ein elektrischer Allradantrieb. Vorn sitzt ein 100-kW-Motor (136 PS) mit 200 Nm Drehmoment, hinten ein 125-kW-Aggregat (170 PS) mit 290 Nm. Gemeinsam liefern sie kraftvollen Schub, der den BUDD-e in nur 6,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 180 km/h begrenzt – ausreichend für Autobahnetappen, ohne die Effizienz zu opfern. Herzstück ist eine Batterie mit 92,4 kWh Kapazität. Nach NEFZ sind damit bis zu 533 km Reichweite möglich, was den elektrischen Van klar aus der reinen Stadtauto-Ecke heraushebt.
Besonders relevant für Vielfahrer ist die Schnellladefähigkeit: Etwa 30 Minuten sollen genügen, um den Akku auf rund 80 Prozent zu bringen. Für Menschen, die lange Wochenendtouren oder Urlaubsfahrten lieben, reduziert das Ladepausen spürbar und macht den BUDD-e zu einem echten Reisebegleiter, nicht nur zum Pendlerfahrzeug.
China als Treiber für Elektromobilität und vernetzten Innenraum
Gerade in China trifft dieses Konzept auf offene Türen. In Städten wie Peking mit rund 21,5 Millionen und Shanghai mit etwa 24 Millionen Einwohnern werden klassische Zulassungskennzeichen streng kontingentiert. Ohne Nummernschild gibt es keine Zulassung, doch für sogenannte New Energy Vehicles – also Elektro-, Plug-in-Hybrid- oder Wasserstofffahrzeuge – vergeben die Behörden Kennzeichen deutlich schneller. Voraussetzung: Die Fahrzeuge werden lokal produziert. In diesem Umfeld plant Volkswagen bis 2020 sieben neue, lokal gefertigte Elektro- und Plug-in-Hybridmodelle für den chinesischen Markt.
Eine der faszinierendsten Eigenschaften des BUDD-e ist seine Bedien- und Anzeigephilosophie. Große, nahtlos integrierte Displaylandschaften im Cockpit verbinden Fahrinformationen und Infotainment, gesteuert per Sprache, Touch und Gesten. Für Technikfans, die sich im Auto ein mobiles Wohnzimmer mit digitalem Bedienkonzept wünschen, wird der Van damit zur rollenden Schaltzentrale – weit entfernt vom rustikalen Charme der frühen Bulli-Generationen, aber klar mit ihnen verwandt im Raumgefühl und Nutzungsgedanken.
Bilder: Volkswagen



