Innenraum eines umgebauten Mercedes Sprinter als mobiler Barbershop mit Barberstuhl, großem Spiegel, TV und moderner Ausstattung.
Moderner Barberstuhl, Spiegel mit LED, Klimagerät und Ausstattung im mobilen Mercedes Sprinter Barbershop. (Foto: Hersteller)

Mercedes Sprinter Barbershop: Werkstatt auf sechs Rädern

Ein Transporter, der nicht Pakete oder Werkzeuge, sondern Haarschnitte liefert: Der Mercedes-Benz Sprinter 2500 des Baujahrs 2022, den ein Ausbauer in einen mobilen Barbershop verwandelt hat, zeigt, wie weit sich Nutzfahrzeuge inzwischen von ihrer ursprünglichen Rolle entfernt haben. Auf Basis eines heckgetriebenen Sprinters mit 3,0‑Liter‑V6-Dieselmotor entstand ein rollender Salon, der konsequent auf den professionellen Einsatz ausgelegt ist – fernab von Camping-Romantik, aber mit einem hohen Anspruch an Technik, Verarbeitung und Energiekonzept.

 

Fokus-Keyphrase: Mercedes Sprinter mobiler Barbershop

Barberstuhl vor beleuchtetem Spiegel im mobilen Barbershop auf Basis eines Mercedes Sprinter
Maßgefertigter Barberstuhl und beleuchteter Spiegel in einem umgebauten Mercedes Sprinter Barbershop (Foto: Hersteller)

Der Sprinter 2500 bringt als Basisfahrzeug die typischen Stärken der Baureihe mit: robuste Technik, ausreichend Nutzlastreserven und einen kraftvollen V6-Diesel, der im gewerblichen Alltag vor allem durch sein Drehmoment überzeugt. Für einen mobilen Barbershop ist das relevant, weil die Einrichtung mit diversen Einbauten, elektrischen Geräten und Energiespeichern Gewicht mitbringt. Die Wahl von Hinterradantrieb sorgt für Traktion auch bei voller Beladung und für ein berechenbares Fahrverhalten, wenn der Van tagtäglich durch enge Innenstädte, Vororte oder Veranstaltungsgelände manövriert werden muss.

Die Karosserie in Satin Black gibt dem Fahrzeug einen unaufgeregten, aber professionellen Auftritt. Anders als auffällige Folierungen oder bunte Lacke wirkt die matte Schwarzoptik eher wie ein rollender Salon für Stammkundschaft als wie ein schriller Werbewagen. Für den mobilen Dienstleister, der vielleicht direkt vor Bürotür oder Fitnessstudio parkt, ist diese Zurückhaltung ein Vorteil: Das Fahrzeug tritt seriös auf und fügt sich dennoch in urbane Umgebungen ein.

Klima, Lüftung und Komfort im Arbeitsalltag

Barberstuhl und beleuchteter Spiegel im Innenraum eines mobilen Barbershops auf Basis eines Mercedes Sprinter.
Moderner Barberstuhl mit LED-beleuchtetem Spiegel im umgebauten Mercedes-Benz Sprinter 2500 als mobiler Barbershop. (Foto: Hersteller)

Entscheidend für die Alltagstauglichkeit eines mobilen Barbershops ist das Innenraumklima. Wer mit Schere, Rasierer und Föhn arbeitet, kennt das Problem: Wärmeentwicklung, abgeschnittene Haare und zum Teil lange Aufenthaltszeiten im Fahrzeug. Hier setzt der Ausbau auf eine Kombination aus Komponenten, die man sonst eher aus hochwertigen Reisemobilen kennt. Ein Dometic RTX 2000 12‑Volt-Dachklimagerät übernimmt die Kühlung des Innenraums, ohne dass dafür ein laufender Motor oder ein externer Generator nötig wäre. In Verbindung mit der leistungsfähigen Bordbatterie kann also auch im Hochsommer bei stehender Sonne gearbeitet werden, ohne dass Kunden im eigenen Schweiß baden.

Innenansicht des Dometic RTX 2000 Klimageräts, eingebaut in eine Holzdecke mit Lamellenoptik in einem mobilen Barbershop.
Das verbaute Dometic RTX 2000 sorgt für angenehme Temperaturen im Sprinter-Barbershop. (Foto: Hersteller)

Für kühlere Tage ist ein 2‑Kilowatt-Dieselheizer vom Typ Planar verbaut, inklusive modernisiertem LCD-Bedienteil. Diese Art von Standheizung ist im Nutzfahrzeugbereich erprobt: Sie nutzt den Dieselkraftstoff des Fahrzeugs, verbraucht wenig Strom und hält den Arbeitsbereich konstant temperiert. Ergänzt wird das System durch einen Caframo-Lüfter zur Luftzirkulation und ein werkseitiges Dachfenster, das für zusätzlichen Tageslichteinfall und natürliche Belüftung sorgt. So entsteht ein Raumklima, das sich von klassischen, oft stickigen Kastenwagenausbauten deutlich abhebt.

Detailaufnahme der modernen Holzdecke mit LED-Beleuchtung im mobilen Barbershop im Mercedes Sprinter.
Hochwertige Holzlamellen-Konstruktion mit integrierter Beleuchtung im Innenraum des mobilen Barbershops auf Basis eines Mercedes Sprinter. (Foto: Hersteller)
Nahaufnahme eines Caframo-Lüfters im Innenraum eines umgebauten Sprinter-Transporters als mobiler Barbershop.
Detailaufnahme des Caframo-Lüfters im Mercedes-Benz Sprinter Barbershop. (Foto: Hersteller)

Stromversorgung: Energiezentrale für den mobilen Salon

Herzstück dieses Ausbaus ist die elektrische Anlage, die klar für den professionellen Dauerbetrieb ausgelegt ist. Eine Lithiumbatteriebank mit 400 Amperestunden Kapazität stellt die Basis. Rechnet man konservativ mit 12 Volt, entspricht das rund 4,8 Kilowattstunden nutzbarer Energie – genug, um LED-Beleuchtung, Klimaanlage, Rasiergeräte, Föhn, TV und Kühlschrank zu betreiben, ohne nervös auf die Ladestandsanzeige zu blicken. Ein Victron Multiplus Wechselrichter und Ladegerät mit 3000 Watt Leistung wandelt den Strom für 120‑Volt‑Verbraucher um und ermöglicht zugleich das Laden der Batterien bei Anschluss an Landstrom.

Zur solaren Nachladung sind zwei Solarmodule mit jeweils 200 Watt auf dem Dach installiert, zusammen also 400 Watt. Geregelt werden diese über einen Victron MPPT-Laderegler mit 50 Ampere, der für hohe Effizienz beim Laden sorgt. Ergänzt wird das Setup durch einen 30‑Ampere-Orion-DC/DC-Wandler, der während der Fahrt die Batterien aus der Lichtmaschine des Sprinters nachlädt. Die Stromverteilung übernimmt ein Victron Lynx Power In, überwacht wird das Ganze über einen BMV‑712 Smart-Monitor und eine digitale Fernbedienung für den Wechselrichter. Damit bewegt sich die Elektroinstallation auf dem Niveau kleinerer Gewerbeanlagen, sauber abgesichert mit Komponenten von Blue Sea und Victron sowie einem 60‑Ampere-AC-Panel für den 30‑Ampere-Landstromeingang.

Innenraum: Werkstattcharakter statt Campingromantik

Im Inneren zeigt sich der Charakter des Fahrzeugs als reines Arbeitsgerät. Statt Bett und Küchenblock dominiert eine maßgefertigte Barberstuhl-Installation, die den Kunden in den Mittelpunkt stellt. Davor sitzt ein individuell gebauter Spiegel mit LED-Beleuchtung, der neben einem gleichmäßigen Lichtbild auch eine gewisse Studioatmosphäre vermittelt. Ein 32‑Zoll-Smart-TV von Samsung ist auf einer verriegelbaren Halterung montiert – ideal, um Wartenden die Zeit zu verkürzen oder Kunden während längerer Behandlungen zu unterhalten.

Ein Kompressorkühlschrank vom Typ Vitrifrigo C65 sorgt dafür, dass Getränke oder Pflegeprodukte gekühlt bleiben. Für Kunden kann ein kaltes Getränk den Unterschied zwischen „schnellem Haarschnitt im Bus“ und „Salon-Erlebnis“ ausmachen. Auch der Friseur oder Barber selbst profitiert, wenn der mobile Arbeitsplatz ein Stück Komfort des stationären Ladens mitbringt. Das CRL-Seitenfenster im Bunk-Stil bringt zusätzliches Tageslicht in den hinteren Bereich, ohne zu viel Wandfläche für Möbel und Installationen zu opfern.

Materialwahl und Verarbeitung für den Profi-Einsatz

Die Möblierung orientiert sich eher am hochwertigen Innenausbau moderner Wohnmobile als an improvisierten Handwerkerregalen. 5/8‑Zoll (rund 16 mm) Birken-Sperrholz mit UV-Lackierung auf beiden Seiten bildet die Basis vieler Möbel. Birkenholz ist im Ausbau beliebt, weil es trotz moderatem Gewicht eine hohe Stabilität bietet. Türen und Seiten bestehen aus 3/4‑Zoll (etwa 19 mm) Architektur-Melaminplatten mit sauberer Kantenumleimung, die robuste, leicht zu reinigende Oberflächen schaffen – ein wichtiger Punkt, wenn täglich Haare, Pflegeprodukte und Feuchtigkeit im Spiel sind.

Fronten im Beton-Look-Laminat von Swiss Kronos verleihen dem Innenraum einen modernen, fast loftartigen Charakter, der gut zum urbanen Einsatzprofil eines Barbershops auf vier Rädern passt. Die Schränke werden mit RV-Labs-Verschlüssen gesichert, die auch bei schlechten Straßen verhindern, dass Türen oder Klappen aufspringen. Soft-Close-Schubladenauszüge von Hettich unterstreichen den Anspruch an einen wertigen Ausbau, in dem nichts klappert, klöttert oder nach Provisorium aussieht. Maßgefertigte Polster-Sitzplätze runden das Bild ab: Der Van ist klar Arbeitsraum, aber einer, in dem sich Kunden gerne aufhalten.

Faszinierendes Detail: Der Stromhaushalt als stille Hauptrolle

Unter den vielen Ausstattungsmerkmalen sticht insbesondere die integrierte Energieversorgung hervor. Für einen mobilen Barbershop ist sie buchstäblich geschäftskritisch. Ein normaler Salon hängt ständig am Netz, während in diesem Sprinter jeder Haarschnitt, jeder Rasierer und jede Minute Klimatisierung aus dem Bordnetz gespeist werden muss. Die Kombination aus 400‑Ah-Lithiumspeicher, 3000‑Watt-Wechselrichter und 400 Watt Solarmodulen schafft dafür ein beachtliches Sicherheitsnetz. Die Lithiumtechnik erlaubt hohe Entladeströme und viele Ladezyklen, ohne dass die Kapazität schnell einbricht.

Dass zusätzlich DC/DC-Lader und Landstrom-Ladefunktion integriert sind, zeigt den Anspruch: Dieses Fahrzeug soll nicht nur stundenweise, sondern den ganzen Tag einsatzbereit sein, unabhängig davon, ob der Stellplatz eine Steckdose bietet oder nicht. Wer bei Veranstaltungen, auf Festivals, Wochenmärkten oder vor Firmengebäuden arbeitet, kann so eine professionelle Dienstleistung anbieten, ohne Kunden mit lärmenden Generatoren zu belästigen. In einer Zeit, in der mobile Dienstleistungen boomen, aber Professionalität oft an fehlender Infrastruktur scheitert, markiert dieser Sprinter einen bemerkenswerten Gegenentwurf.

Einsatzprofil und Einordnung im Fahrzeugmarkt

Für klassische Camperfans ist dieser Mercedes Sprinter 2500 vielleicht zu spezialisiert, für Nutzfahrzeug-Enthusiasten dafür umso interessanter. Er demonstriert, wie sich die technische Basis eines Transporters so ausreizen lässt, dass aus einem normalen Lieferwagen ein spezialisierter Arbeitsplatz wird, der fest installierte Räumlichkeiten teilweise ersetzen kann. Wer sich für Fahrzeuge als Werkzeuge interessiert, findet hier ein Beispiel, wie präzise sich ein Van auf ein einziges Einsatzszenario zuschneiden lässt – mit klarer Priorität auf Ergonomie, Energieautarkie und Dauerhaltbarkeit.

Angaben zu Wassertanks, Waschbecken oder Warmwasseranlage sind in den bekannten Daten nicht aufgeführt, ebenso wenig konkrete Innenraummaße oder Zuladungsdaten. Auch rechtliche Aspekte wie spezielle Anforderungen an mobile Barbierbetriebe oder Prüfungen werden in den technischen Eckdaten nicht behandelt. Preisangaben oder Lieferzeiten sind in der verfügbaren Spezifikation ebenfalls nicht enthalten, was die Einordnung im Marktsegment erschwert. Klar ist jedoch: Die Summe der verbauten Komponenten und der Aufwand des Ausbaus positionieren diesen Mercedes Sprinter mobilen Barbershop eher im professionellen oberen Segment als bei einfachen Do-it-yourself-Lösungen.

Bilder: Hersteller