Das klassische Mercedes-Benz 280SE Coupé W111, Baujahr 1970, in Silbergrau metallic mit schwarzer Lederausstattung, in einem modernen urbanen Umfeld. (Fotos: Anbieter, siehe unten)
Ein Coupé, das die stille Grandezza einer vergangenen Ära atmet: Der 1970 Mercedes‑Benz 280SE auf W111‑Basis ist ein Sinnbild für understatete Eleganz, technische Substanz und sammlerwürdige Identität. In Silbergrau metallic mit schwarzer Lederausstattung präsentiert sich dieses Exemplar als konserviert wirkender Klassiker aus kalifornischem Klima — die Karosserie zeigt die harmonischen Linien, die Paul Bracq einst zeichnete, und das Wagenbild wird von gestapelten Doppelscheinwerfern, Chromstoßfängern, Haubenornament und der typischen, weit nach hinten gezogenen Heckverglasung bestimmt. Der Kilometerstand von 177.787 km macht das Auto sichtbar ehrlich: ein Fahrzeug mit Lebensgeschichte, dokumentierter Herkunft und originalen Details, die das Gefühl von Automobilität jener Jahre konservieren.
Design und Herkunft
Der 1970er Mercedes-Benz 280SE W111 in Silbergrau metallic, fotografiert von vorn auf einem sonnigen Parkplatz. (Fotos: Anbieter, siehe unten)
Die Coupé‑Interpretation des W111, gestaltet von Paul Bracq, gehört zu den ikonischen Silhouetten der späten Sechziger und frühen Siebziger. Dieses 280SE‑Coupé kombiniert Zurückhaltung und Noblesse: Rocker‑Mouldings, ein dezent integrierter Doppel‑Auspuff und die klassischen 14‑Zoll Stahlfelgen mit farblich abgestimmten Radkappen verleihen dem Auftritt Substanz. Auffällig ist die seltene, niedrigere Kühlergrill‑Variante — geschätzt eines von rund 600 W111‑Coupés mit diesem Detail —, ein Merkmal, das die Seltenheit und den Sammlerwert erhöht. Die Lackierung in Silbergrau (Lackcode 180) unterstreicht die zeitlose Ästhetik, während die chromierten Akzente und die klaren Proportionen die deutsche Konstruktionsdisziplin jener Zeit widerspiegeln.
Das seltene Mercedes-Benz 280SE Coupé W111 von 1970 in Silbergrau metallic, aufgenommen von hinten mit Fokus auf die typischen Designmerkmale. (Fotos: Anbieter, siehe unten)Charakteristische Kühlergrill- und Scheinwerferpartie eines 1970 Mercedes-Benz 280SE W111 Coupés in Silbergrau. (Fotos: Anbieter, siehe unten)Detailaufnahme der originalen 14-Zoll-Stahlfelge mit farblich abgestimmter Radkappe und Michelin MX4 Reifen am 1970 Mercedes-Benz 280SE Coupé. (Fotos: Anbieter, siehe unten)
Innenraum und Komfort
Cockpitansicht mit Armaturenbrett, Lenkrad und schwarzer Lederausstattung im 280SE Coupé von 1970 (Fotos: Anbieter, siehe unten)
Der Innenraum wirkt wie ein sorgfältig gepflegtes Zeitdokument: schwarzes Leder mit perforierten Einsätzen, vordere Einzelsitze mit Mittelkonsolen‑Armlehnen, Nuancen aus Nussbaumfurnier und klassische VDO‑Instrumentierung. Das Armaturenbrett integriert einen 140‑mph‑Tacho (US‑Instrumentierung), einen bis 7.000 1/min reichenden Drehzahlmesser sowie Anzeigen für Kraftstoff und Kühlmitteltemperatur — Technik, die in nüchterner Präzision über den Zustand des Triebwerks Auskunft gibt. Zur Ausstattung zählen elektrische Fensterheber, Servolenkung, eine Becker Grand Prix Radiogerät sowie Klimaanlage: Merkmale, die das Coupé als komfortable Langstrecken‑Begleitung ausweisen. Ein im Kofferraum montiertes Reserverad samt Wagenheber dokumentiert die Alltagstauglichkeit.
Der originale 140 mph-Tacho und VDO-Instrumente des Mercedes-Benz 280SE Coupés von 1970 im Detail. (Fotos: Anbieter, siehe unten)Nahaufnahme von Bedienelementen und Holzapplikation im Armaturenbrett des Mercedes-Benz 280SE Coupé (Fotos: Anbieter, siehe unten)Der elegante und original erhaltene Fond des 1970er Mercedes-Benz 280SE W111 Coupé mit schwarzer Lederausstattung. (Fotos: Anbieter, siehe unten)
Motor und Fahrcharakter
Herzstück des Fahrzeugs ist der M130‑Reihen‑Sechszylinder mit 2,8 Litern Hubraum und mechanischer Bosch‑Einspritzung — eine technische Lösung, die in puncto Laufkultur, Durchzugsvermögen und Langlebigkeit geschätzt wird. Die Werksangabe nennt 119 kW (160 hp) und ein Drehmoment von 286 N·m; gekoppelt mit einer 4‑Gang‑Automatik ergibt sich eine ruhige, souveräne Fahrweise. Vier Scheibenbremsen sorgen für standfeste Verzögerung, die Kombination aus kräftigem Drehmoment und zuverlässiger Bremstechnik macht das 280SE zu einem Auto, das trotz seines Alters heute noch gelassen und kontrolliert wirkt.
Technische Details und Pflegezustand
Die technischen Eckdaten sind überzeugend konserviert: 14‑Zoll‑Stahlräder mit 205/70er Michelin‑MX4 Ganzjahresreifen, Twin‑Exit‑Auspuffanlage, VDO‑Instrumente und umfangreiche Service‑Dokumentation. Als Kalifornien‑gepflegtes Fahrzeug zeigt es gut erhaltene Oberflächen und eine Historie, die sich in Begleitunterlagen, Bedienungsanleitungen, Ersatzteilkatalog und einem Haynes‑Reparaturhandbuch widerspiegelt. Zwei Schlüssel, das Bordbuch mit Supplementen sowie ein Prospekt liegen dem Wagen bei — solche Beilagen belegen Herkunft und Pflege.
Besonderheiten und ein Faszinosum
Eine faszinierende Eigenschaft dieses Coupés ist die Kombination aus mechanischer Einspritzung und der nüchternen Eleganz des Interieurs: die Bosch‑Mechanik verleiht dem M130‑Motor eine direkte Gasannahme, die im Zusammenspiel mit der satten, aber kultivierten Tonlage des Reihensechszylinders das Gefühl von Mobilität jener Dekade verkörpert. Es ist ein Erlebnis, das nüchterne Zahlen nicht vollständig einfangen: die Art, wie der Motor anzieht, das Verhalten der Lenkung bei langsamer Fahrt, das beruhigende Geräusch der Lüftung bei geschlossener Fensterlinie — Attribute, die Leidenschaft für klassische Automobile nähren.
Historischer Kontext und Modellübersicht
Der 280SE wurde Ende 1967 für Coupé‑ und Cabriolet‑Varianten eingeführt und trat 1968 die Nachfolge der früheren 250‑SE‑Modelle an. Ursprünglich mit dem 2,8‑Liter‑M130‑Reihensechszylinder ausgestattet, stellte Mercedes später, ab Ende 1969, die stärkere 3,5‑Liter‑V8‑Variante vor. Laut den Angaben zur Baureihe wurden insgesamt etwa 5.187 W111‑Coupés gefertigt; die seltene „Low‑Grille“‑Ausführung macht davon schätzungsweise 5–600 Fahrzeuge aus. Dieses Coupé ist somit Teil einer limitierten Linie innerhalb der W111‑Familie, deren Design und Technik bis heute die Aufmerksamkeit von Sammlern und Liebhabern klassischer Mobilität finden.
Dokumentation, Provenienz und Ausblick
Die vorliegende Provenienz ist umfassend dokumentiert: Betriebsanleitungen, Teilekatalog, ein Reparaturhandbuch und umfangreiche Serviceunterlagen liegen vor und erzählen vom routinierten Erhalt eines Fahrzeugs, das in Kalifornien konserviert wurde. Solche Unterlagen sind in der Bewertung historischer Fahrzeuge oft entscheidender als kosmetische Details, weil sie Vertrauen in die Authentizität und Wartung schaffen. Für den, der von klassischer Limousinenlinie träumt, bleibt das Bild eines 280SE Coupés: ein automobilem Versprechen von Stil, souveräner Mechanik und einer durchdachten Alltagstauglichkeit, die Zeit überdauert.
Auktion und Gebot
Dieses Coupé erscheint derzeit in einer Auktionssituation. Das aktuelle Gebot liegt bei US$ 32.500; hinzu kommt eine Käuferprovision von 5 % auf den Verkaufspreis. Für viele bleibt der Reiz, ein Stück Automobilgeschichte zu erwerben, eine Vorstellung: ein Klassiker, der seine Geschichte weiterschreiben könnte.