March 773 Formel-3-Rennwagen in Orange mit Allegri-Beklebung, Baujahr 1977, stehend auf einem Betonboden vor einem Zaun.
Der March 773: Legendärer Formel-3-Bolide mit FIA-Papieren aus der Saison 1977, jetzt in Northamptonshire angeboten. (Foto: besleyheritage.com)

March 773: Formel‑3-Ikone mit großer Geschichte

Manchmal genügt ein Blick, um zu verstehen, warum ein Rennwagen mehr ist als eine Maschine. Der March 773, Baujahr 1977, ist so ein Auto: kompakt, kompromisslos, geschaffen für die präzise Kunst des Formel‑3‑Rennsports. Dieses Exemplar mit der Chassisnummer 773-15 steht heute in Northamptonshire im Vereinigten Königreich und wird zum Verkauf angeboten. Der Wagen ist als echter Wettbewerbsrennwagen mit FIA‑Papieren ausgewiesen, ein Einsitzer mit Hinterradantrieb. Nach einer Motorüberholung im Jahr 2010 hat der March nur rund 200 Kilometer absolviert – eine Zahl, die von behutsamer Bewahrung zeugt.

Der March 773 und die Krönung einer Saison

March 773 Formel-3-Rennwagen, Baujahr 1977, in orangefarbener Allegrini-Lackierung, von schräg vorne fotografiert.
Der March 773, Chassis 773-15, mit Allegrini-Lackierung und Rennhistorie im Freien abgestellt. (Foto: besleyheritage.com)

Der 773 prägte 1977 eine starke Saison der Formel 3. In den Händen von Piercarlo Ghinzani gewann das Fahrzeug die Europameisterschaft, gekrönt von einer Pole‑Position in Monaco. Der Triumphzug führte zu Gesamtsiegen auf Kursen wie dem Nürburgring, in Zolder und in Imola. Neun Podiumsplätze in einer Saison belegen die Stärke dieser Konstruktion, zumal das Auto gegen spätere Fahrer wie Nelson Piquet, Elio de Angelis und Derek Warwick antrat. Für Ghinzani selbst stand der March 773 am Anfang eines Wegs in die Formel 1: Zwischen 1981 und 1989 bestritt er 74 Grands Prix.

Technische Linie: Evolution mit Aluminium‑Monocoque

Frontansicht des orangenen March 773 Formel-3-Rennwagens mit Allegri-Logo und Startnummer
Detailaufnahme der Fahrzeugfront mit Sponsorenlogos und Startnummer des March 773 von 1977 (Foto: besleyheritage.com)

Der March 773 entstand als Weiterentwicklung des 763 und übernahm dessen schmal bauendes Aluminium‑Monocoque. Dieses Layout gab dem Wagen sein klares Profil: kompakte Außenmaße, geringes Gewicht, direkte Rückmeldung. Das Leergewicht lag unter 500 Kilogramm – ein Wert, der die Agilität erklärt. Dazu kommen die Charakteristika eines echten Renners: ein 5‑Gang‑Schaltgetriebe, Hinterradantrieb, das konsequente Einsitzer‑Konzept. In Summe ergibt sich ein Rennwagen, der auf das Wesentliche fokussiert ist. Es ist diese Reduktion, die den March 773 zeitlos macht.

Faszinierendes Detail: das schmale Monocoque

Innenansicht des Cockpits eines March 773 von 1977 mit MOMO-Lenkrad, Schalthebel und klassischen Rundinstrumenten.
Blick auf das puristische Cockpit des Formula-3-Rennwagens March 773, Baujahr 1977, mit MOMO-Lenkrad und klassischem Armaturenbrett. (Foto: besleyheritage.com)

Unter den Qualitäten des March 773 ragt das schmale Aluminium‑Monocoque als prägendes Merkmal heraus. Es definiert die Sitzposition, die Sicht und die Art, wie der Fahrer mit Strecke und Fahrzeug verschmilzt. Durch die kompakte Struktur wird Masse gespart, wodurch der Wagen agil einlenkt und Richtungswechsel leicht vollzieht. Das Monocoque ist dabei nicht bloß Struktur, sondern Philosophie: Es zwingt zur Präzision und belohnt sauberes Fahren.

Der Antrieb: Toyota Novamotor 2T‑G und 5 Gänge

Nahaufnahme des Hinterachsbereichs samt Getriebe, Antriebswellen und Aufhängung des March 773 Formel-3-Rennwagens, Baujahr 1977.
Das 5-Gang-Schaltgetriebe und die Hinterradaufhängung des March 773 von 1977 im Detail. (Foto: besleyheritage.com)

Das Herz des 773 ist ein Toyota Novamotor 2T‑G, ein querströmender Reihenvierzylinder mit 1,6 Litern Hubraum (1.597 cm³). In Verbindung mit dem 5‑Gang‑Getriebe liefert er ein dosierbares Ansprechverhalten. Der Hinterradantrieb unterstreicht diese klaren Linien; der Wagen fordert den Fahrer, schenkt dafür Transparenz in jedem Moment. Als Einsitzer mit mittiger Lenkposition bleibt er dem historischen Kontext treu. Entscheidend ist, dass dieser 773 als Wettbewerbsmittel gedacht wurde – die vorhandenen FIA‑Papiere verweisen auf genau diesen Zweck.

Seltenheit, Kontinuität und ein behutsames Leben

Heckansicht eines orangefarbenen March 773 Formel-3-Rennwagens von 1977 mit breiten Reifen und großem Heckflügel.
Heckansicht des seltenen March 773, Baujahr 1977, mit markantem Heckflügel und breiten Rennslicks auf einem Industriegelände. (Foto: besleyheritage.com)

Nur 18 Chassis des March 773 entstanden für die Saison 1977 – eine Zahl, die seine Exklusivität unterstreicht. Danach setzte March die Linie mit dem 783 (1978) und dem 793 (1979) fort. Das Exemplar 773-15 verbindet die historische Bedeutung mit einem sorgfältigen Lebenslauf: Die Motorüberholung erfolgte 2010 durch einen Spezialisten, seither wurden nur etwa 200 Kilometer gefahren. Dass der March 773 derzeit angeboten wird, ist für Liebhaber ein Ereignis. Preis: £58.950.

Bilder: Anbieter des Fahrzeuges

FAQ

1) Warum gilt der March 773 als so bedeutend in der Formel‑3‑Geschichte?

Der March 773 ist ein nachweislich erfolgreiches Wettbewerbsauto. Sein Ruf speist sich aus der Saison 1977: In den Händen von Piercarlo Ghinzani stand der 773 für Konstanz und Spitzenleistung – mit Meisterschaftserfolg, Pole in Monaco sowie Siegen und Podestplätzen auf renommierten Strecken. Dadurch wurde der 773 zu einem Symbol für die damalige Formel‑3‑Ära. Gleichzeitig war er für Ghinzani ein Sprungbrett in Richtung Formel 1.

2) Was macht die Technik des March 773 für Fahrer und Sammler heute so attraktiv?

Die Attraktivität liegt in seiner kompromisslosen, leichten Konstruktion und im analogen Fahrerlebnis. Das schmale Aluminium‑Monocoque reduziert Gewicht und bündelt alles auf Präzision: Sitzposition, Rückmeldung und Reaktionen wirken unmittelbar. Mit unter 500 Kilogramm Leergewicht, Hinterradantrieb und einem 5‑Gang‑Getriebe ist der Wagen auf Rhythmus und sauberes Fahren ausgelegt. Der Toyota Novamotor 2T‑G (1,6 Liter) liefert ein direktes Ansprechverhalten. Für Sammler zählt: Es ist ein echter Rennwagen mit FIA‑Papieren.

3) Worauf sollte man achten, wenn man dieses konkrete Exemplar (Chassis 773-15) erwerben möchte?

Wer den 773-15 kauft, sollte ihn wie ein historisches Sportgerät betrachten: Historie, Dokumente und Zustand sind entscheidend. Wichtig sind die FIA‑Papiere, die den Status als Wettbewerbsfahrzeug stützen, sowie eine nachvollziehbare Wartungs‑ und Besitzhistorie. Besonders relevant ist die Motorüberholung von 2010 und die geringe Laufleistung von rund 200 Kilometern seitdem – das spricht für Schonung, bedeutet aber auch, dass vor ernsthaftem Einsatz eine gründliche Durchsicht sinnvoll ist (Dichtungen, Kraftstoffsystem, Bremsen, Leitungen). Außerdem sollte man klären, für welche historischen Serien/Events der Wagen zugelassen ist und welche Sicherheitsupdates dort verlangt werden.