Die Henderson De Luxe von 1925 gehört zu einer Epoche, in der Motorräder nicht nur Transportmittel, sondern rollende Versprechen von Technik und Luxus waren. Mit einem seitlich hängenden Reihenvierzylinder und 1.300 cm³ Hubraum zeigte dieses Modell, wie amerikanische Ingenieurskunst sanfte Leistungsentfaltung mit Eleganz verbinden konnte. Schon der Motorname, ein 1,3‑Liter‑Aggregat, weckt Assoziationen an lange Reisen und souveräne Landstraßengeschwindigkeiten. In den Zwanzigern zählte die De Luxe zu den schnellsten Serienmaschinen ihrer Zeit und erreichte in Prüfungen Spitzengeschwindigkeiten jenseits der 160 km/h, eine Zahl, die noch heute Respekt hervorruft. Ihr Fahrwerk wurde 1925 überarbeitet: ein tiefergelegter Hinterbau senkte die Sitzhöhe, verbesserte die Ergonomie für Touring und stabilisierte das Fahrverhalten bei hohen Geschwindigkeiten. Zusätzlich gab es Feinarbeiten am Tank und an der Federung, die den Komfort auf langen Strecken weiter erhöhten.
Zeitreise in bewegter Mechanik

Die Geschichte dieses Exemplars ist so faszinierend wie das Motorrad selbst. Das Fahrzeug wurde 1988 aus Kanada importiert und auf einer Auktion 1990 erworben; die erste britische Zulassung erfolgte im April 1991. Solche Stationen erzählen von internationalen Bewegungen und von Liebhabern, die historische Technik bewahren. Auffällig ist, dass die Rahmennummer aufgrund von Korrosion kaum noch lesbar ist, während die Motornummer D15805 erhalten blieb — ein wertvoller Anhaltspunkt für die Identität des Aggregats. In den Folgejahren blieb die Maschine nicht nur in Sammlerhänden, sondern zeigte sich fahraktiv: 1993 nahm sie an der Oude Klepper Glorie in Belgien teil, und 2014 stand sie erneut auf der Straße bei der Banbury Run, was ihre Alltagstauglichkeit unterstreicht. Solche Einsätze belegen die Robustheit und den Stellenwert als Reisemaschine und wecken die Fantasie heutiger Fahrerinnen und Fahrer.
Markengeschichte und technische Eckdaten

Die Henderson-Firmengeschichte ist untrennbar mit dem Aufstieg des Reihenvierzylinders in der amerikanischen Motorradwelt verbunden. Erste Vierer wurden bereits 1912 vorgestellt; die Baureihe bestand später unter Excelsior-Henderson bis 1931. Die De Luxe wurde zwischen 1922 und 1928 gebaut und verkörperte die Idee, Leistung mit kultivierter Laufruhe zu verbinden. Technisch setzte sie auf ein 1.300 cm³ großes Seitenventil-Reihenvierzylinder-Triebwerk, das anfangs rund 28 PS bei 3.400 min⁻¹ abgab und bis 1927 auf etwa 35 PS bei 3.800 min⁻¹ gesteigert wurde. Solche Werte machten die Maschine zu einem der leistungsstärksten Tourer ihrer Zeit; die sanfte Leistungsentfaltung und die hochwertige Verarbeitung führten zu begeisterten Vergleichen mit Luxusautomobilen jener Epoche. Nicht allein die Höchstgeschwindigkeit, sondern vor allem Laufruhe und Paradekomfort begründeten den Ruf; daher entstand der liebevolle Vergleich mit den vornehmen Limousinen der Zeit.
Rahmen, Komfort und Laufruhe

Besonders bemerkenswert ist die Laufruhe des Reihenvierzylinders: Seine gleichmäßige Kraftentfaltung vermittelt das Gefühl mechanischer Präzision, das auf langen Strecken ermüdungsfrei bleibt. Die Überarbeitung des Rahmens 1925 mit einem nach unten abfallenden hinteren Bereich senkte die Sitzhöhe merklich und machte mehrtägige Touren angenehmer — ein klarer Zugewinn an Ergonomie und an sicherem Geradeauslauf. Ergänzende Anpassungen an Federung und Benzintank erhöhten Komfort und Reichweite im Alltag. Bei Geschwindigkeiten über 160 km/h zeigt die Konstruktion ihre Ambition: Stabilität, souveräne Beschleunigung und die charakteristische sonore Stimme des Seitenventilmotors. Solch ein Motor belohnt behutsame Wartung, bietet zuverlässig Drehmoment für Fernfahrten und lädt dazu ein, lange Landstraßen zu genießen.
Luxusanspruch auf zwei Rädern

Die De Luxe steht exemplarisch für eine Zeit, in der Motorräder mit automobiler Sorgfalt konstruiert wurden: hochwertige Materialien, penible Fertigungsdetails und ein Anspruch an Komfort, der über reines Fahren hinausgeht. Diese Ausrichtung brachte der Marke Bewunderung ein, weshalb Modelle wie die De Luxe als fahrbare Luxusstücke galten. Die Baureihe wurde 1928 eingestellt; drei Jahre später ging der Hersteller endgültig in die Geschichte ein, als die Produktion 1931 endete. Gerade die Kombination aus seltener Technik, einer klaren Designphilosophie und der Fähigkeit, lange Strecken zu bewältigen, erklärt die anhaltende Faszination. Ein konkretes Merkmal dieses Exemplars ist die erhaltene Motornummer D15805, die Authentizität und Kontinuität dokumentiert. Das macht es für Sammler und Freunde historischer Technik begehrenswert.
Der Traum vom Besitz

Als Maschine mit solcher Historie lädt sie zum Träumen ein: die Vorstellung, auf einer klassischen Maschine mit kultiviertem Vierzylinder über Landstraßen zu gleiten, weckt Sehnsucht nach entschleunigter Mobilität. Dass dieses Exemplar heute bei einer Auktion präsentiert wird, verleiht dem Gedanken zusätzliche Romantik — die Chance, ein Stück bewegte Technikgeschichte in die eigene Garage zu holen, erscheint verlockend. Zugleich ist festzuhalten, dass hier mehr als nur ein hübsches Gesicht auf dem Prüfstand steht: die Kombination aus erhaltener Motornummer, nachgewiesenen Teilnahmen an historischen Veranstaltungen und überarbeiteter Rahmengeometrie macht das Motorrad zu einem durchdachten Sammlerstück mit echtem Fahrpotential. Für Liebhaber, die Technik, Ästhetik und praktische Einsatzfähigkeit verbinden wollen, bietet dieses Modell damit einen seltenen Dreiklang. Es ist ein Stück Mobilitätskultur, das zum erfahrenen Fahren einlädt und gleichzeitig als konserviertes Objekt Geschichte erzählt.
Fahrbarkeit, Herkunft und Sammlerwert

Technisch und kulturell bietet dieses Exemplar klare Vorteile: Der noch vorhandene Motorstempel erlaubt Zuordnungen, die dokumentierte Teilhabe an klassischen Runs belegt Praxisnähe, und die technischen Merkmale von 1925 — tieferer Heckrahmen, verfeinerte Federung, optimierter Tank — sind echte Mehrwerte für Touren und Zuverlässigkeit. Die Kombination aus historischem Erhaltungszustand und Fahrbarkeit ist selten; viele Zeitgenossen existieren nur als restaurierte Ausstellungsstücke, während dieses Motorrad seine Geschichte auf der Straße fortschreibt. Für Sammler bedeutet das: ein Objekt, das sowohl konservatorischen Wert als auch aktives Erlebnis bietet. Für Enthusiasten heißt es, Technik zu fühlen, statt sie nur zu betrachten. Auf Landstraßen entsteht ein unmittelbarer Kontakt zum Antrieb; Schalt- und Gasbefehle werden prompt beantwortet, was die Freude am Fahren erhöht. Die amerikanische Herkunft und Fortführung bis 1931 verleihen historische Tiefe und erhöhen den Sammlerwert deutlich.
Fazit und Preisrahmen

Wer die Idee reizt, solch ein Stück Mobilitätsgeschichte zu besitzen, sollte die Balance aus emotionalem Wert und technischem Erhalt bedenken. Dieses Henderson‑Exemplar verbindet beides: unverwechselbaren Klang, historische Authentizität dank Motornummer D15805, bewiesene Straßentauglichkeit und die für 1925 typischen Verbesserungen im Fahrwerk. Es ist ein Angebot an Sammler, Technikliebhaber und an jene, die das ursprüngliche Fahrgefühl suchen — keine museale Trophäe, sondern ein fahrbarer Zeitzeuge. In Gedanken überholt es moderne Routinen und erinnert daran, wie Mobilität einst gestaltet war: elegant, kraftvoll, mit eigener Handschrift. Für Verantwortliche in Sammlungen wie für Piloten nostalgischer Reisen ist es ein Angebot, das sowohl dokumentarischen Wert als auch fahrerisches Erleben kombiniert. Es spricht Sammler, Fahrer und Museen gleichermaßen an und eröffnet Möglichkeiten aktiver Nutzung. £30.000–£36.000.
Bilder: Anbieter des Fahrzeuges



