Fiat Abarth 750 Zagato, Baujahr 1958, gelb lackiert, restauriert, mit Double-Bubble-Dach, Seiten- und Heckansicht, aufgenommen in einer Halle.
Restauriertes Exemplar eines Fiat Abarth 750 Zagato Baujahr 1958 mit markanter Double-Bubble-Dachlinie und gelber Lackierung. (Foto: Hersteller)

Fiat Abarth 750 Zagato 1958: Leichtgewicht-Legende

Die Fiat Abarth 750 Zagato aus dem Jahr 1958 ist ein automobilhistorisches Kunstwerk: kompakt, radikal in der Form und geprägt von einer Rennseele, die selbst Jahrzehnte später noch fasziniert. Dieses Exemplar mit der Fahrgestellnummer 401843 und einem abgelesenen Kilometerstand von 200 km (Teilzähler 989 km seit Motorüberholung) wirkt wie ein direkter Gruß aus der Pionierzeit des Sportwagenbaus, als Leichtbau und Aerodynamik die Sprache der schnellen Kurse bestimmten. Gebaut auf der Plattform des Fiat 600, verknüpft die Zagato-Karosserie Aluminiumleichtbau mit der charakteristischen „Double‑Bubble“-Dachlinie, die nicht nur ästhetisch wirkt, sondern auch dem Fahrerraum Raum für Helm und Charakter verleiht. Ein solches Fahrzeug bleibt in Erinnerung: seine Maße, sein Gewicht und seine Proportionen sind Programm; er erzählt von Rennen, von Modifikationen und von einer Ära, die Autos als Erlebnis verstand.

 

Design und Leichtbau als Faszination

Frontalansicht eines gelben Fiat Abarth 750 Zagato von 1958 mit Double-Bubble-Dach und italienischem Kennzeichen.
Der seltene Fiat Abarth 750 Zagato mit Double-Bubble-Dach, präsentiert im restaurierten Zustand. (Foto: Hersteller)

Zagato formte die Karosserie aus Aluminium und gab dem Wagen mit dem doppelten Dachwulst ein unverwechselbares Profil, das aerodynamische Vorteile und praktischen Nutzen kombinierte. Mit einer Länge von rund 3,48 m, einer Breite von etwa 1,34 m und einer Höhe von ungefähr 1,19 m ist die 750 Zagato ein echtes Kompaktwunder; das Leergewicht von rund 535 kg macht deutlich, warum Abarth‑Derivate ihrer Zeit auf Kurven und Beschleunigung setzten. Diese Reduktion auf das Nötigste, verbunden mit einer eleganten, fast skulpturalen Form, erklärt die anhaltende Anziehungskraft: leichter Wagen, geringer Luftwiderstand, direkteres Handling – eine Kombination, die das Herz von Liebhabern klassischer Sportwagen schneller schlagen lässt.

Motorisierung und Fahrcharakter

Fiat Abarth 750 Zagato Baujahr 1958, gelb lackiert, restaurierter Zustand mit Double-Bubble-Dach, Seitenansicht.
Restaurierter Fiat Abarth 750 Zagato mit charakteristischem Double-Bubble-Dach, fotografiert in einer Halle. (Foto: Hersteller)

Die frühe 750‑Serie arbeitete mit einem 747 cm³ großen Motor, der in seinen ersten Versionen etwa 43 PS (32 kW) leistete und eine Spitzengeschwindigkeit von rund 129 km/h ermöglichte — Werte, die angesichts des geringen Gewichts beeindruckend sind. Im Jahr 1958 wurde die „750 GT Bialbero“ mit einem Doppelwellen‑Triebwerk vorgestellt, das rund 57 PS (42 kW) bei 7.000 min‑1 lieferte und die Renntauglichkeit des Modells weiter stärkte. Gerade in den Händen eines versierten Fahrers offenbart diese Technik ihren Reiz: kurz übersetzte Gänge, lebendige Gasannahme und eine direkt übersetzte Lenkung machen jede Landstraßentour zur konzentrierten Begegnung mit dem Fahrgefühl der Fünfzigerjahre.

Rennhistorische Erfolge und Rennseele

Gelber Fiat Abarth 750 Zagato von 1958, Ansicht von schräg vorn, im Ausstellungsraum mit sichtbarem Doppeldach und sportlichen Details.
Italienischer Sportwagenklassiker: Die seltene Fiat Abarth 750 Zagato mit charakteristischem Doppeldach und Aluminiumkarosserie. (Foto: Hersteller)

Die Abarth‑Zagato‑Kombination war nicht nur Show, sondern Sieger‑konzipiert: Klassensiege bei der Mille Miglia in den späten 1950er‑Jahren und erfolgreiche Auftritte bei Langstreckenrennen wie den 12 Stunden von Sebring 1958–59 unterstreichen die Wettbewerbsfähigkeit. Um in der Gran Turismo‑Klasse homologiert zu werden, fertigte Abarth für die Bialbero‑Variante Anfang 1958 eine erste Serie von ungefähr 100 Fahrzeugen; insgesamt entstanden bis 1959 etwa 600 Exemplare der 750 Zagato. Solche Zahlen erklären die Seltenheit und den Sammlerwert heute: jedes erhaltene Auto trägt Spuren jener intensiven, kurzlebigen Epoche des Sportwagenbaus.

Dieses Exemplar: Herkunft und Zustand

Innenansicht des Cockpits eines restaurierten Fiat Abarth 750 Zagato, Baujahr 1958, mit Lenkrad, Schalthebel und Armaturenbrett.
Cockpit und Armaturenbrett der Fiat Abarth 750 Zagato – authentische Sportwagenästhetik der 1950er-Jahre mit originalen Details. (Foto: Hersteller)

Das jetzt vorgestellte Fahrzeug ist in Mailand, Italien, zu besichtigen und wird als vollständig restauriert beschrieben — mit FIAT‑Ursprungszeugnis, ASI‑CRS‑Eintrag sowie „Matching Numbers & Colors“. Der abgelesene Kilometerstand von 200 km dient hier weniger als Maß der Abnutzung als vielmehr als Hinweis auf die jüngste technische Frische; der Teilkilometerzähler weist 989 km seit dem Einbau des neuen Motors aus. Die Tatsache, dass es sich um ein Linkslenker‑Exemplar mit Handschaltung handelt, unterstreicht die Authentizität des Fahrgefühls.

Technische Eckdaten kompakt

Detailansicht der Rundinstrumente, darunter Jaeger-Tachometer und Öldruckanzeige, im Cockpit des Fiat Abarth 750 Zagato
Klassische Anzeigen im Cockpit des Fiat Abarth 750 Zagato von 1958 mit Jaeger-Instrumenten (Foto: Hersteller)

Zu den wichtigsten technischen Merkmalen zählen die 747 cm³ Hubraumklasse, zunächst mit Single‑Cam‑Versionen um 43 PS, später als Bialbero‑Variante mit etwa 57 PS. Das geringe Leergewicht in Kombination mit der kompakten Karosserie machte die 750 Zagato zu einem äußerst agil zu bewegenden Sportwagen. Schaltung und Fahrwerk waren auf direkte Rückmeldung ausgelegt; die geringe Masse verlangte nach präziser Fahrerführung, belohnte diese jedoch mit exzellentem Kurvenverhalten. Wer ein solches Auto lenkt, spürt, wie Technik, Form und Material zusammenwirken — eine Grundidee der Mobilitätsfaszination jener Jahre.

Der Zauber eines besonderen Details

Das herausragende Detail ist das „Double‑Bubble“-Dach von Zagato: nicht bloß eine stilistische Laune, sondern ein funktionales Element, das Helmfreiheit bei gleichzeitig niedrigem Gesamtprofil ermöglicht. Diese kleine technische Raffinesse verkörpert die Philosophie der Marke Zagato: Leichtgewicht, Aerodynamik und die kompromisslose Suche nach Effizienz in Form und Funktion. In Kombination mit der Aluminiumkarosserie lässt sich an diesem Wagen ablesen, wie Designer und Ingenieure damals Gewicht, Raum und Windwiderstand meisterhaft versöhnten — ein technisches Gedicht in Blech und Nieten, das heute noch bewundert wird.

Traum vom Besitz und Auktionsnotiz

Für Sammler und Enthusiasten bleibt die Vorstellung, ein solches Exemplar zu besitzen, ein romantischer Gedanke: Die Kombination aus Rennhistorie, Zagato‑Form und Abarth‑Technik macht das Auto zu einem greifbaren Stück Mobilitätsgeschichte. Als Teil einer Auktion auf der Plattform Catawiki (Premium Oldtimer‑Auktion), Losnummer 99524558, wird dieses Fahrzeug aktuell angeboten; die Schätzung liegt bei €85.000–95.000, und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war der Mindestpreis noch nicht erreicht. Dennoch bleibt die Präsenz dieses Wagens in der Szene ein Beleg dafür, wie sehr die Faszination für klassische Sportwagen mit historischen Geschichten und technischen Details verbunden ist.

Bilder: Anbieter des Fahrzeuges