Ein roter Ferrari Dino 308 GT4 aus dem Baujahr 1975 zeigt, wie die siebziger Jahre in ihrer kühnsten Form auf vier Rädern lebendig bleiben. Dieses 2+2-Coupé kombiniert Bertones kantige Linien mit einem mittigen V8, einer technischen Konstellation, die damals neu und bis heute reizvoll ist. Mit einem Hubraum von drei Litern produziert der V8 237 PS und koppelt diese Kraft an ein manuelles Getriebe. Der Wagen wurde erstmals in Italien zugelassen und hat, laut Tacho, 85.657 Kilometer zurückgelegt, eine Laufleistung, die bei einem Oldtimer dieser Klasse Interesse weckt. Innen empfängt schwarzes Leder, das gepflegt wirkt, die Karosserie präsentiert sich in klassischem Rot; viele Teile wurden fachgerecht erneuert und teilweise restauriert. TÜV und H-Kennzeichen unterstreichen den historischen Wert dieses Exemplars, das zur Baureihe gehört, die von 1974 bis 1980 produziert wurde.
Technik und Motor

Der mittig platzierte Dreiliter-V8 ist eine der faszinierendsten Eigenschaften dieses Dino: kompakt, hochdrehend und mechanisch unmittelbar. In diesem Exemplar leistet der Motor 237 PS und wird von einem manuellen Getriebe gesteuert, eine Kombination, die beim Fahren ein reines Gefühl von Verbindung zwischen Fahrer und Maschine erzeugt. Umfangreiche Arbeiten an Motor und Peripherie wurden in den letzten Jahren durchgeführt: die letzte Motorinspektion erfolgte im April 2024, der Zahnriemen wurde 2021 erneuert. Seit 2017 flossen rund 23.000 Euro in Bremsen, Auspuffanlage, Antriebswellenmanschetten, Aufhängung und weitere sicherheitsrelevante Komponenten. Bei der TÜV-Prüfung 05/2025 wurde die Trennwand zwischen Motorraum und Innenraum überarbeitet; Hauptbremszylinder und Bremskraftverstärker wurden bereits im April 2024 erneuert, was das Sicherheitsniveau steigerte. Reifen und Bremsen weisen 70 bis 90 Prozent Restprofil auf.
Entstehung und Modellgeschichte

Die Formensprache des 308 GT4 ist ein direktes Ergebnis der handsignierten Arbeit Marcello Gandinis bei Bertone: eine kantige Keilform, die sich deutlich von den runderen Ferrari-Linien anderer Modelle jener Dekade abhebt. Vorgestellt 1973 in Paris, markierte dieses Fahrzeug das erste Mal, dass ein Ferrari ein 2+2-Layout mit einem mittig verbauten V8 kombinierte. Zwischen 1974 und 1980 entstanden etwa 2.826 Exemplare des 308 GT4; eine kleinere 208-Variante mit zwei Litern Hubraum ergänzte 1975 das Programm in einer Stückzahl von rund 840. Ursprünglich als Dino 308 GT4 etikettiert, änderte sich die Typbezeichnung 1976 in Ferrari 308 GT4. Viele Kenner schätzen genau diese Mischung aus Exotik und Alltagstauglichkeit. Als unfallfrei und teilweise restauriert kommt dieses Exemplar mit der Classic-Analytik-Bewertung 2 (2016) und einem Ersatzwert von 85.500 Euro, mit deutschen und alten italienischen Papieren.
Karosserie und Interieur

Das Exterieur des Wagens zeigt eine gepflegte Patina: die Karosserie ist größtenteils neu lackiert, das klassische Rot bleibt ein Blickfang, während das schwarze Lederinterieur einen kontrastreichen, eleganten Rahmen schafft. Der Unterboden ist original erhalten, ohne Schweißreparaturen, und die Karosserie weist nur altersbedingte Gebrauchsspuren. Ein kleines Manko bleibt die defekte Uhr im Armaturenbrett; ansonsten vermittelt das Cockpit einen soliden, authentischen Eindruck. Besonders bemerkenswert ist die praktische Dimension des 2+2-Layouts: trotz des mittigen V8 bietet der GT4 überraschend nutzbare hintere Sitzplätze, ideal für Kurzstrecken und Gepäck. Diese Kombination aus sportlicher Mitte und Alltagsnutzen erklärt die anhaltende Attraktivität des Modells als Brücke zwischen Exklusivität und Nutzwert. Technisch ist das Fahrzeug sofort fahrbereit, es ist nicht zugelassen, verfügt über TÜV bis Mai 2027. Drei Vorbesitzer sind dokumentiert, die erste Zulassung erfolgte 1975 in Italien.


Fahrdynamik und Fahrwerk

Der Mittelmotor beeinflusst das Fahrverhalten in fundamentaler Weise: die Gewichtsverteilung ermöglicht ein neutrales Einlenkverhalten, das bei moderatem Tempo elegant, bei zügiger Fahrt temperamentvoll reagiert. Im vorliegenden Fahrzeug wurden Aufhängungsbuchsen und weitere Fahrwerkskomponenten erneuert, was das Handling spürbar positiv beeinflusst. Zusätzlich erneuerte Teile wie Stoßdämpfer, Bremsen und Reifen sowie die Überholung der Antriebswellenmanschetten reduzieren Vibrationen und erhöhen die Zuverlässigkeit. Die Kombination aus manuellem Getriebe und der direkten Ansprache des V8 macht das Fahren zu einem handfesten, mechanischen Erlebnis; hier treffen Nostalgie und fahrdynamische Kompetenz aufeinander.
Papierlage und Zustand
Die Dokumentation ist für ein Fahrzeug dieser Herkunft wichtig: deutsche Zulassungspapiere liegen vor, ergänzt durch alte italienische Unterlagen, die die Historie belegen. Die technische Abnahme ist aktuell bis Mai 2027 gültig, und das Fahrzeug besitzt ein historisches H-Kennzeichen, das seinen Status als Oldtimer bestätigt. Obwohl der Tacho 85.657 Kilometer anzeigt, ist die Laufleistung nicht vollständig verifizierbar, doch die gemachten Serviceeinträge und Rechnungen schaffen Vertrauen in die präsentierten Werte. Drei Vorbesitzer sind genannt; Fotogalerien und Videomaterial liefern ergänzende Eindrücke vom Zustand. Für Technikinteressierte sind die detaillierten Werkstattnachweise wertvoll, da sie sowohl Umfang als auch Qualität der durchgeführten Arbeiten nachvollziehbar machen. Der Unterboden ist original erhalten, ohne Schweißreparaturen, was für Sammler von besonderem Interesse ist; Reifen und Bremsen weisen noch etwa 70 bis 90 Prozent Reststand auf. Die Borduhr ist derzeit defekt.
Auktionszauber und Träume
Als Teil einer Auktion wirkt dieses Dino-Exemplar wie ein Fundstück aus einer anderen Zeit: man stellt sich vor, wie der Keil nach vorn in eine Kurve schneidet, das V8-Ansauggeräusch steigt und die Handschaltung präzise einrastet. Für Enthusiasten wäre es ein besonderes Vergnügen, dieses 2+2-Coupé zu bewegen — die Kombination aus moderater Laufleistung von etwa 85.657 Kilometern, umfangreicher Instandsetzung und dem H-Kennzeichen verleiht ihm eine greifbare Authentizität. Ein solcher Wagen erlaubt es, historische Formensprache, mechanische Direktheit und Alltagstauglichkeit zu erleben. Der rote Lack kontrastiert mit schwarzem Leder; der originale Unterboden und dokumentierte Werkstattrechnungen geben zusätzliches Vertrauen. Für viele wäre dies eine seltene, fahrbare Design-Ikone, die Alltag und Historie nahtlos verbindet.
Fazit
Zusammengefasst bietet dieses Ferrari-Exemplar eine seltene Verbindung aus originaler Substanz und gewissenhafter Restaurierung: ein 3,0-Liter-V8 mit 237 PS, ein manuelles Getriebe, schwarzes Lederinterieur und die auffällige rote Lackierung bilden die technische und optische Eckdaten. Die Historie umfasst die Erstzulassung in Italien 1975, drei Vorbesitzer, TÜV bis Mai 2027 sowie ein H-Kennzeichen; der Wagen ist unfallfrei dokumentiert und sofort fahrbereit, allerdings nicht angemeldet. Investitionen von rund 23.000 Euro seit 2017 und regelmäßige Services — zuletzt Motorservice April 2024 und Zahnriemenwechsel 2021 — sprechen für gepflegte Substanz. Als Los in einer Auktion verführt er dazu, Vergangenheit und Zukunft auf vier Rädern zu vereinen; der Ferrari Dino 308 GT4 (1975) weckt dabei reisefreudige Fantasien und tiefe Sehnsucht.
Bilder: Anbieter des Fahrzeuges



