Es gibt Fahrzeuge, die sich hartnäckig jeder Schublade verweigern. Der Campagna T-REX RR 2026 gehört genau zu dieser seltenen Spezies. Formal ist er ein straßenzugelassenes, offen gefahrenes Dreirad mit zwei Sitzen nebeneinander (Side-by-Side). Emotional ist er jedoch eher ein frei laufender Adrenalinstoß auf drei Rädern – irgendwo zwischen Motorrad, Track-Tool und puristischem Sportwagen. Gerade diese Grenzgängerrolle macht den T-REX RR 2026 für Enthusiasten von Performance und Mobilität so faszinierend.
Ein Konzept mit Geschichte und klarer Rennsport-DNA

Campagna Motors aus Boucherville in Québec arbeitet seit Jahrzehnten an dieser Idee vom radikal anderen Fahrgerät. Das Grundkonzept des T-REX wurde in den späten 1980ern entwickelt, die Serienfertigung startete Mitte der 1990er (1995). Seither reift das Dreirad weiter, immer kompromissloser auf Fahrerlebnis zugeschnitten. Die scharfe RR-Variante kam rund um 2019 dazu und ist die Essenz dieser Entwicklung – jetzt in der Ausbaustufe T-REX RR 2026.
Ein kurzer Blick zurück zeigt, wie ernst Campagna Motors dieses Projekt nimmt: Zum 30-jährigen Jubiläum gab es ein streng limitiertes Sondermodell des Jahrgangs 2025, auf nur zehn Exemplare begrenzt. Solche Kleinserien unterstreichen, dass hier kein Massenprodukt entsteht, sondern ein fahraktives Sammlerstück, das dennoch auf öffentlichen Straßen bewegt werden darf und die nordamerikanischen Sicherheitsstandards FMVSS und CMVSS erfüllt.
Kawasaki-Herz: 1,4-Liter-Vierzylinder mit 208 PS

Im Zentrum des Campagna T-REX RR 2026 arbeitet ein Hochdrehzahl-Motorradtriebwerk, abgeleitet vom Kawasaki Ninja ZX-14R. Der 4‑Takt-Reihenmotor mit 1.441 cm³ Hubraum liefert 208 PS. Kombiniert mit einem Leergewicht von 498 Kilogramm ergibt sich ein Leistungsgewicht, das viele Supersportwagen übertrifft. Der Sprint von 0 auf 96 km/h gelingt in 3,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 232 km/h.
Diese Zahlen erzählen nur einen Teil der Geschichte. Entscheidend ist, wie sich die Leistung entfaltet: ein drehfreudiger Vierzylinder, der seine Kraft über ein 6‑Gang-Sequenzialgetriebe mit Rückwärtsgang an das einzelne Hinterrad abgibt. Der Antrieb erfolgt per Kette – ganz im Stil leistungsstarker Motorräder – und sorgt für eine direkte Verbindung zwischen Gaspedal und Asphalt. Wer sich für Fahrdynamik begeistert, findet hier eine puristische Interpretation moderner Mobilität.
Chassis, Fahrwerk und Bremsen: Präzision auf drei Rädern

Der T-REX RR 2026 setzt auf einen mehrteilig aufgebauten Stahlrohrrahmen mit integrierter Überrollstruktur. Diese Konstruktion bildet ein stabiles Rückgrat, das die Kräfte von Motor und Fahrwerk aufnimmt. Vorn arbeitet eine Doppelquerlenkerachse mit einstellbaren RR5-Federbeinen, hinten eine doppelseitige Schwinge mit verstellbarem Federbein. Diese Konfiguration erlaubt es, das Setup auf Strecke, Fahrstil und Beladung abzustimmen.
Gebremst wird mit einem ABS-gestützten System, das auf Vierkolben-Sättel von Wilwood setzt. In Kombination mit den breiten Rädern – 16×7 vorn und 18×10,5 hinten – ergibt sich ein Fahrzeug, das Traktion und präzise Lenkung verbindet. Traktionskontrolle und optional vorgerüstete Aufnahmepunkte für 4‑Punkt-Gurte ergänzen den Sicherheitsanspruch. Hier ist Fahrkönnen integraler Bestandteil des Konzepts.
Dimensionen, Sitzgefühl und das besondere Side-by-Side-Erlebnis

Mit einer Länge von 3.500 Millimetern, einer Breite von 1.981 Millimetern und einer Höhe von 1.067 Millimetern duckt sich der Campagna T-REX RR 2026 flach in den Fahrtwind. Der Radstand von 2.286 Millimetern unterstützt die Stabilität bei höherem Tempo. Besonders prägend ist das kompakte Side‑by‑Side-Cockpit: Fahrer und Beifahrer sitzen nebeneinander in einer an Formel-Fahrzeuge angelehnten Sitzposition.
Diese Anordnung verändert das Erleben von Geschwindigkeit und Raum. Es gibt keinen klassischen Schulter-an-Schulter-Komfort eines großen Innenraums, dafür entsteht ein Fokus auf die Fahrdynamik. Der Beifahrer blickt nach vorn über die niedrige Front hinweg, während beide die offene Konstruktion spüren. Wind, Motorensound, Vibrationen – alles gelangt direkter an die Sinne als in einem geschlossenen Sportwagen. Der 28‑Liter-Benzintank versorgt den Vierzylinder mit Kraftstoff; in Verbindung mit dem geringen Gewicht erlaubt das ausgedehnte Fahrfreude zwischen Tankstopps.
Das faszinierendste Detail: Motorradherz im Leichtbau-Dreirad

Unter all den technischen Feinheiten sticht die Kombination besonders hervor: das aus einem Superbike abgeleitete 1,4‑Liter-Triebwerk in einem nicht einmal 500 Kilogramm schweren, dreirädrigen Chassis. Diese Verbindung schafft eine lineare Leistungsentfaltung mit der Stabilität eines tiefen Schwerpunkts und der Traktion eines breiten Hinterreifens.
Genau hier liegt die Magie des Campagna T-REX RR 2026. Er ist eine Einladung, sich mit den Grundlagen der Fahrphysik auseinanderzusetzen: Gewicht, Leistung, Schwerpunkt, Spurbreite, Rückmeldung. Der T-REX RR 2026 destilliert diese Parameter zu einem Fahrerlebnis, das sich zwischen Motorrad und Rennwagen bewegt und trotzdem auf öffentlichen Straßen legal unterwegs ist. Für Liebhaber radikaler Fortbewegung ist dieses Fahrzeug ein Statement, wie emotional Mobilität im Jahr 2026 sein kann.
FAQ

1) Ist der Campagna T-REX RR 2026 eher Motorrad oder Sportwagen – und was bedeutet das im Alltag?
Der T-REX RR 2026 liegt bewusst zwischen den Kategorien. Technisch spürt man die Motorrad-DNA: ein hochdrehender Kawasaki-basierter 1,4‑Liter-Reihenvierzylinder, Kettenantrieb und ein sequenzielles 6‑Gang‑Getriebe liefern eine direkte Leistungsabgabe. Gleichzeitig fühlt sich das Fahrzeug durch zwei Vorderräder, breites Hinterrad und niedrigen Schwerpunkt eher wie ein leichtes Track-Tool an. Im Alltag heißt das: intensives, offenes Fahren mit Wind, Geräuschen und Vibrationen – aber auch viel Präsenz im Verkehr und ein Fahrerlebnis, das Komfort hinter Dynamik einordnet.
2) Wie sicher und beherrschbar ist das Fahrzeug bei so viel Leistung und so wenig Gewicht?
Mit 208 PS bei nur 498 kg wirkt der T-REX RR 2026 zunächst wild, doch er ist auf Kontrolle ausgelegt. Der Stahlrohrrahmen mit Überrollstruktur schafft eine robuste Basis, und das Fahrwerk (Doppelquerlenker vorn, einstellbare Federbeine) erlaubt eine Abstimmung auf Fahrstil und Einsatz. Für Verzögerung sorgt ein ABS-gestütztes Bremssystem mit Wilwood‑Vierkolben‑Sätteln. Trotzdem bleibt er ein Fahrzeug, das Fahrkönnen ernst nimmt: Wer ihn ausreizt, muss Lastwechsel, Traktion am einzelnen Hinterrad und die offene Bauweise respektieren.
3) Was macht das Side-by-Side-Layout mit dem Fahrerlebnis – lohnt sich das für zwei Personen?
Das Side‑by‑Side‑Layout verändert, wie man Geschwindigkeit und Raum wahrnimmt. Der Fahrer sitzt fokussiert im Zentrum der Maschine, mit kompaktem Cockpit statt breiter Side‑by‑Side‑Kabine wie im Auto. Der Beifahrer erlebt die Fahrt direkt neben dem Fahrer, mit Blick nach vorn über die niedrige Front und nah an Wind, Sound und Vibrationen. Das schafft ein gemeinsames, intensives Erlebnis, aber anders als in einem klassischen Sportwagen. Wer Gespräche, Komfort und gleichwertige Rundumsicht erwartet, wird umdenken müssen. Wer ein kompromissloses Erlebnis teilen will, bekommt etwas Besonderes.
Bilder: Hersteller



