Zwei GXV-Expeditionsmobile fahren durch eine karge Felsenlandschaft, vorne ein großer LKW-basierter GXV Epic, dahinter der kompaktere GXV Hilt; darüber prangt das GXV-Logo.
Die neuen GXV Hilt und Epic auf Expedition abseits befestigter Wege. (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Storyteller GXV Hilt und Epic: Luxus trifft Expedition

Wenn Fernweh auf Heavy Duty trifft

Es gibt Reisemobile – und es gibt Fahrzeuge, die aussehen, als könnten sie ohne zu zögern eine Weltkarte durchstoßen. In diese zweite Kategorie fallen die neuen Storyteller GXV Hilt und GXV Epic. Sie wurden nicht am Schreibtisch erdacht, sondern entspringen der Erfahrung von Weltreisenden, die seit Jahrzehnten im Off unterwegs sind. Daraus sind Expeditionsmobile entstanden, die eher wie rollende Basislager wirken als wie klassische Camper. Und genau das macht ihren Reiz für alle, die Mobilität nicht als Notwendigkeit, sondern als Verheißung verstehen.

Beide Modelle sind als vollwertige Offgrid-Expeditionsfahrzeuge angelegt: robust für die Piste, komfortabel für die Autobahn und konsequent autark für lange Etappen fernab jeder Infrastruktur. Dass sie alle über 500 sicherheitsrelevanten RVIA-Standards erfüllen, sorgt dafür, dass sie im Kern trotz Abenteueroptik in der Welt regulärer Freizeitfahrzeuge verankert bleiben – inklusive klassischer Finanzierung und Versicherbarkeit. Diese Verbindung aus Abenteuerdrang und Regelkonformität ist bemerkenswert und öffnet die Tür für eine Klientel, die zwar extreme Freiheit sucht, aber keine Kompromisse bei Sicherheit und Absicherung akzeptiert.

Der GXV Hilt: Expeditionsmobil mit vier Gurtplätzen

Der kompaktere der beiden, der GXV Hilt, basiert auf einem Ram 5500 Crew Cab und bringt damit eine Hardware mit, die aus dem Nutzfahrzeugbau stammt. Mit einer Außenlänge von rund 8,84 Metern und einer Höhe von etwa 3,84 Metern spricht er eine klare Sprache: Hier ist Substanz unterwegs. Die Bodenfreiheit von etwa 27 Zentimetern ist ein deutliches Statement in Richtung Offroad, ohne den Einstieg in luftige Höhen zu treiben. Die Karosseriebreite von etwa 2,44 Metern (mit Spiegeln 2,62 Meter) bleibt noch im Rahmen dessen, was auf europäischen Straßen vertraut wirkt – zumindest für Kenner großer Reisemobile.

Im Inneren geht es wohnlich zu. Zwei RV-Queensize-Betten – eines im Front-Loft, eines umgebaut aus der Heckdinette – bieten vier Erwachsenen Schlafplätze. Dazu kommt ein vollwertiges Bad mit Dusche, Waschbecken und Kassettentoilette inklusive Frischwasser-Spülung. Die maximale Innenhöhe von rund 2,01 Metern sorgt dafür, dass auch großgewachsene Reisende aufrecht stehen können. Das alles ist nicht spektakulär, wäre da nicht die Konsequenz, mit der Wohnkomfort und Expeditionsfähigkeit zusammengeführt werden.

Energie und Autarkie: Das rollende Inselnetz

Besonders faszinierend ist das Energie- und Versorgungskonzept. Der Hilt trägt einen Frischwassertank von etwa 454 Litern und einen Grauwassertank mit rund 151 Litern. Dazu kommt ein Cassettentoiletten-Volumen von etwa 18 Litern und ein Dieseltank von rund 280 Litern – alles Größenordnungen, die eher an kleine Boote erinnern als an klassische Campervans. Kombiniert mit einem Energiesystem aus 16,8 kWh Lithium-Batterien, gleich zwei 3000-Watt-Wechselrichtern und satten 1320 Watt Solarpower entsteht ein autarkes System, das tagelang ohne Landstrom auskommen kann.

Diese Energieinseln sind mehr als nur Zahlen auf einem Datenblatt. Sie bedeuten, dass weitab jeder Steckdose Licht, Komfort und moderne Technik verfügbar bleiben. Das Fahrzeug ist dafür vorbereitet, mit Satelliteninternet ausgerüstet zu werden – die Starlink-Ready-Vorbereitung unterstreicht, wohin die Reise geht: Expedition heißt heute nicht mehr zwangsläufig Kommunikationsabstinenz, sondern die Freiheit, selbst zu entscheiden, wann man online ist. Die Beleuchtung ist dimmbar und programmierbar, gesteuert wird vieles über ein zentrales Touch-Panel namens Mission Control. Das ist digitale Fahrzeugführung im besten Sinne und macht das Cockpit der Wohnkabine zur Schaltzentrale einer mobilen Mini-Infrastruktur.

Komfort wie in der Business Class, Fahrwerk wie im Militärtruck

Während die Wohnkabine den Charakter eines kompakten Lofts hat, zeigt die Fahrersektion, wie sehr hier Nutzfahrzeuginfrastruktur mit Pkw-Luxus verschmilzt. Im Ram-Cockpit wartet ein Laramie Level 2-Paket mit großem 12-Zoll-Uconnect-Navigationsbildschirm, 17-Lautsprecher-Harman-Kardon-Soundsystem, belüfteten Vordersitzen, beheizter Rückbank und elektrisch verstellbaren Pedalen mit Memory-Funktion. In Verbindung mit einem kabellosen Ladepad und diversen Komfortdetails wirkt das wie eine Business-Class-Lounge, die zufällig auf einem robusten Leiterrahmen sitzt.

Unter der Haube arbeitet ein 6,7-Liter-Cummins-Turbodiesel, rund 360 PS stark und mit etwa 1085 Nm Drehmoment. Gekoppelt ist er an ein heavy-duty Achtgang-Getriebe. Für besonders schlechte Bedingungen gibt es einen Kaltwetter-Zusatz mit Motorvorwärmung und eine Schutzplatte für das Verteilergetriebe. Die eigentliche Faszination liegt jedoch im Fahrwerk: Eine LiquidSpring-Smart-Suspension mit Niveauregulierung und Fahrwerksmanagement bringt eine Form von Hydraulikintelligenz ins Spiel, die sonst eher im hochspezialisierten Sonderfahrzeugbau zu finden ist. In Verbindung mit geschmiedeten Expeditionsfelgen und 41-Zoll-Reifen entsteht ein Auftritt, der optisch wie technisch klar macht, dass dieser Hilt nicht für den Campingplatzrand gebaut wurde.

Licht, Stauraum und Werkzeug für die große Reise

Außen zeigt der Hilt, was Langstrecken-Overlanding in der Praxis bedeutet. Ein 20.000-Pfund-Windenpaket in einem robusten Frontstoßfänger, duale ARB-Kompressoren mit Lufttank, groß dimensionierte Gepäckträger und nVader-Heckträger für sperrige Ausrüstung machen deutlich, dass hier mit Seilen, Brettern, Sandblechen und Ersatzrädern gerechnet wird. Ein vollwertiges Ersatzrad mit elektrischem Hebesystem gehört ebenso dazu wie mehrere abschließbare Außenstaufächer und ein großzügiger Durchladeraum von rund 0,68 Kubikmetern.

Die Außenbeleuchtung erinnert an eine mobile Flutlichtanlage: Acht 10-Zoll-Perimeterleuchten rundum und zusätzliche 8-Zoll-Leuchten nach vorne schaffen 360-Grad-Taghelligkeit – ein Sicherheitsaspekt in unübersichtlichem Gelände und ein Komfortmerkmal beim nächtlichen Rangieren. Die Markise misst etwa vier Meter in der Breite und fährt rund 2,44 Meter aus, inklusive dimmbarer LED-Beleuchtung. Hier wird klar: Es geht nicht nur darum, irgendwo anzukommen, sondern dort ein funktionsfähiges Basislager aufzuschlagen.

Innenraum: Loft-Atmosphäre mit Expeditions-DNA

Der Innenraum des Hilt kombiniert funktionales Design mit einer gewissen Loft-Ästhetik. Dimmbares Licht, Soft-Touch-Oberflächen an den Möbeln, viel Stauraum in Hängeschränken und ein durchdachtes Schrankkonzept mit Kleiderstange und klappbaren Regalen vermitteln das Gefühl, dass hier auch über Wochen geordnet gelebt werden kann. Die Küche setzt auf Edelstahl und Induktion: großer Kühlschrank mit Gefrierfach, Kombi-Ofen mit Mikrowelle und Airfryer-Funktion, zweiflammiges Induktionskochfeld mit 1800 Watt sowie ein großzügiges Spülbecken mit Abdeckung. Ein integriertes Wasseraufbereitungssystem sorgt dafür, dass auch zweifelhafte Wasserquellen zu verlässlichem Trinkwasser werden können – ein Detail, das in abgelegenen Regionen den Unterschied macht.

Heizung und Klimatisierung sind ebenfalls auf Langzeiteinsatz ausgelegt. Eine 15.000-BTU-Klimaanlage mit Luftkanälen und ein 10.000-BTU-Hydronik-Heizsystem mit zwei Luftwärmetauschern sorgen dafür, dass der Temperaturkomfort nicht zum Zufall wird. Zwei hochwertige Dachlüfter runden das Klima-Setup ab. Kombiniert mit Rauch- und CO-Meldern, FI-Schutzschalter und Feuerlöscher wird deutlich, dass nicht nur Luxus, sondern auch Sicherheit und Redundanz zentrale Entwicklungsziele waren.

Der GXV Epic: Noch eine Nummer größer

Über dem Hilt positioniert ist der GXV Epic. Er teilt viele technische Grundlagen und Ausstattungsphilosophien, setzt aber auf ein noch größeres Format. Mit einer Außenlänge von rund 9,20 Metern und einer Außenhöhe von etwa 3,79 Metern bietet er mehr Raum, bleibt jedoch minimal niedriger. Auffällig ist die nochmals gesteigerte Bodenfreiheit von rund 29 Zentimetern, was eine noch souveränere Geländegängigkeit verspricht. Die Breite entspricht mit etwa 2,44 Metern (mit Spiegeln rund 3,10 Meter) einem ausgewachsenen Straßenkreuzer unter den Expeditionsmobilen.

Der Epic ist auf zwei Insassen ausgelegt: zwei Gurtplätze, zwei Betten, ein vollwertiges Bad. Damit setzt er stärker auf großzügiges Raumgefühl und Wohlfühlfaktor als auf maximale Personenzahl. Die maximale Innenhöhe liegt bei etwa 1,98 Metern, die Markise wächst auf rund 4,88 Meter Breite. Frisch- und Grauwassertanks bleiben mit 454 beziehungsweise 151 Litern auf dem hohen Level des Hilt. Insgesamt wirkt der Epic wie eine rollende Suite mit Expeditionsfähigkeiten – ein Fahrzeug für Paare, die mehr Platz und Komfort wünschen, ohne auf Offroad-Potenzial zu verzichten.

Garantie, Service und die Frage nach dem Preis

Zu einem solchen Fahrzeugkonzept gehört auch der Blick auf Langfristigkeit. Eine einjährige beziehungsweise rund 24.000 Kilometer umfassende Basisgarantie, eine dreijährige oder gut 58.000 Kilometer lange Strukturgarantie für die Wohnkapsel und die Standardgarantien des Fahrgestellherstellers bilden das Rückgrat. Hinzu kommt ein landesweit organisiertes Servicenetz, das dort Unterstützung bieten soll, wo die Fahrzeuge tatsächlich bewegt werden – ein nicht zu unterschätzender Faktor bei dieser Liga von Technik und Gewicht.

Natürlich bewegt sich diese Art von Expeditionsmobil nicht in bodennahen Preisregionen. Der GXV Hilt startet bei rund 499.722 US-Dollar. Unter den angenommenen Finanzierungsparametern entspricht das einer Monatsrate von etwa 3.359 US-Dollar. Der größere GXV Epic setzt noch einmal deutlich höher an, mit einem Einstiegspreis von etwa 799.785 US-Dollar und kalkulierten Monatsraten um 5.379 US-Dollar. Damit sind Hilt und Epic eine klare Ansage: Diese Fahrzeuge richten sich an Reisende, für die Mobilität mehr ist als Fortbewegung – nämlich ein Lebensentwurf auf Rädern, der Komfort, Technikbegeisterung und Abenteuerlust miteinander verschmilzt.

Bilder: Hersteller