Mehr als zwei Millionen Volkswagen mit Car2X rollten inzwischen in Europa vom Band – eine Zahl, die zeigt, wie schnell sich vernetzte Sicherheitstechnik etabliert. Hinter dem nüchternen Begriff Car2X steckt ein System, das Autofahrern im Alltag konkrete Vorteile bringt: Warnungen vor Staus, Unfällen, Baustellen oder herannahenden Einsatzfahrzeugen in der unmittelbaren Umgebung. Wer viel unterwegs ist, weiß, wie knapp es auf der Autobahn oder im dichten Stadtverkehr werden kann. Genau hier setzt Car2X als eine Art digitaler Schutzengel an, der ständig über den Tellerrand der eigenen Fahrzeug-Sensorik hinausschaut.
Wie Car2X den Straßenverkehr kooperativer macht
Car2X arbeitet nach dem Prinzip lokaler Schwarmintelligenz. Volkswagen-Modelle, die mit der Technik ausgestattet sind, tauschen direkt – ohne Mobilfunknetz – Informationen untereinander und mit der Verkehrsinfrastruktur aus. Basis ist der WLANp-Standard: Innerhalb eines Radius von bis zu 800 Metern können Fahrzeuge Standortdaten und Warnhinweise in Echtzeit übermitteln. Das geschieht anonymisiert, der Datenaustausch ist standardisiert und herstellerübergreifend angelegt. Je mehr Fahrzeuge teilnehmen, desto dichter wird das Sicherheitsnetz, das sich über Europas Straßen legt.
Im Cockpit äußert sich das als Verkehrssicherheitsassistent mit Car2X: In kritischen Situationen erscheint eine Warnmeldung im digitalen Kombiinstrument. Besonders spannend ist die Kombination mit optionalen Assistenzsystemen wie Travel Assist mit ACC. Erhält das System etwa die Information über ein Stauende, kann es – im Rahmen der Systemgrenzen – die Geschwindigkeit reduzieren, obwohl die Fahrzeugschlange für Radar und Kamera noch gar nicht sichtbar ist. Für Vielfahrer, Pendler und Langstreckenfans bedeutet das: mehr Gelassenheit, weniger Überraschungsmomente.
Faszinierendes Feature: Blick um die unsichtbare Ecke
Eine der faszinierendsten Car2X-Funktionen zeigt sich bei Einsatzfahrzeugen. Ist ein Feuerwehrwagen mit der Technik ausgerüstet, können andere Verkehrsteilnehmer frühzeitig sehen, aus welcher Richtung er sich nähert. Parallel kann das Infotainmentsystem automatisch die Lautstärke reduzieren, damit das Martinshorn besser wahrnehmbar bleibt. Gerade in dicht bebauten Stadtgebieten oder bei lauter Musik im Fahrzeug verschafft dieser digitale „Blick um die Ecke“ entscheidende Sekunden, um eine Rettungsgasse zu bilden.
Auch die Infrastruktur zieht nach: In Deutschland wurden bereits über 1.000 Baustellen-Anhänger mit Car2X ausgerüstet, in mehreren europäischen Ländern sind entlang der Autobahnen stationäre Einheiten installiert. Pannen- und Rettungsdienste nutzen die Technik, um ihre Mitarbeiter besser zu schützen und Unfallstellen abzusichern. Perspektivisch sollen auch Fahrräder, Motorräder, Lkw und Busse in dieses Ökosystem integriert werden. Volkswagen engagiert sich dazu als Mitglied der Coalition for Cyclist Safety, einer 2023 gegründeten Brancheninitiative, für mehr Radfahrersicherheit.
Modelle, Verfügbarkeit und Perspektive für Enthusiasten
Für Auto-Enthusiasten interessant: Car2X ist nicht einer einzelnen Baureihe vorbehalten, sondern in vielen Modellen verfügbar. Der Verkehrssicherheitsassistent mit Car2X ist optional im Golf, T-Roc, Tiguan, Tayron, Passat, ID.3, ID.4 und ID.5 bestellbar, im ID.7 gehört er zur Serienausstattung. Aktiviert wird die Funktion vom Hauptnutzer im Infotainmentsystem, die Nutzung selbst ist kostenlos, da kein Mobilfunk eingesetzt wird.
Für Fahrer, die Technik und Fahrdynamik gleichermaßen schätzen, ist Car2X damit ein Baustein moderner Fahrkultur: Das Auto bleibt das zentrale Erlebnis, wird aber eingebettet in ein Netzwerk, das vorausschauender und kooperativer macht und dem Ziel eines Straßenverkehrs ohne schwere Unfälle näherkommt.
Bilder: Hersteller



