
Der Name Dakota ist zurück – allerdings nicht dort, wo ihn viele Enthusiasten zuerst vermuten würden. Der 2026 Ram Dakota wird ab dem kommenden Jahr in Südamerika gebaut und verkauft und markiert damit den Einstieg der Marke in das dort hart umkämpfte Segment der Midsize-Pick-ups. Vorgestellt wird das Modell zunächst als Nightfall Concept, das schon sehr deutlich zeigt, wohin die Reise beim Serienfahrzeug gehen dürfte: ein klassischer Leiterrahmen-Pick-up mit klarer Offroad-Fokussierung, der sich optisch eng an den größeren Ram 1500 anlehnt. Für europäische und speziell deutsche Fans amerikanischer Pick-ups ist das spannend, auch wenn der Nightfall zunächst dem südamerikanischen Markt vorbehalten bleibt.
Design mit Ram-1500-DNA im kompakteren Format
Technische Basis des 2026 Ram Dakota Nightfall ist eine mittelgroße Leiterrahmenplattform, die sich der Hersteller mit Fiat, Peugeot und dem chinesischen Hersteller Changan teilt. Entscheidend ist dabei: Die Karosserie selbst wurde eigenständig von Ram entworfen. Von vorn wirkt der Dakota wie ein geschrumpfter Ram 1500, inklusive markantem Kühlergrill, prägnanten Scheinwerfern und einer Stufe in der Motorhaube. Breite, ausladende Kotflügel unterstreichen den robusten Auftritt und lassen den Pick-up deutlich muskulöser wirken, als es in dieser Klasse üblich ist. Damit zielt Ram klar auf Käufer, die das Erscheinungsbild eines Full-Size-Pick-ups lieben, aber ein handlicheres Fahrzeug bevorzugen.
Nightfall Concept: Extrem-Setup für abseits der Straße
Der Nightfall ist nicht als zahmer Alltagsarbeiter inszeniert, sondern als kompromisslos ausgestattete Offroad-Variante. Herzstück ist ein Höherlegungs-Kit, das Bodenfreiheit und Verschränkung verbessert und damit den Spielraum im Gelände deutlich erweitert. Dazu kommen Stoßdämpfer von Fox, einem Namen, der im Offroad-Sport seit Jahren für Reserven bei schneller Gangart und technische Robustheit steht. In Kombination mit grobstolligen All-Terrain-Reifen in 33 Zoll, also rund 84 Zentimeter Durchmesser, soll der Dakota auf Schotterpisten, felsigen Passagen oder tiefen Spurrillen souverän unterwegs sein. Für Pick-up-Fans, die echte Geländegängigkeit über reines Lifestyle-Design stellen, gehört dieses Paket klar zu den Stärken des Concepts.
Praktische Details: Sportbügel und Reserverad im Laderaum
Ein Detail, das bei Geländefahrern besondere Aufmerksamkeit bekommt, ist der Auftritt der Ladefläche. Beim Nightfall Concept wird der hintere Bereich durch einen massiven Sportbügel dominiert, der nicht nur optische Akzente setzt, sondern auch als Träger für ein außen sichtbares Reserverad dient. Diese Bauweise kennt man von Wüstenrennfahrzeugen und Rallye-Raids – dort, wo ein schneller Zugriff auf das Ersatzrad und eine stabile Befestigung überlebenswichtig sind. Für den Alltag in Südamerika bedeutet das: Auf langen Pisten fernab der Zivilisation bleibt das Reserverad leicht zugänglich und nimmt in der Kabine keinen Platz weg. Gleichzeitig unterstreicht die Konstruktion den sportlich-robusten Charakter des Fahrzeugs.
LED-Lichtsignatur mit Anleihen beim großen Bruder
Ein besonders faszinierendes Merkmal des Nightfall Concept ist das Lichtsetup. Auf dem Dach sitzt eine Reihe von LED-Zusatzscheinwerfern, die im Gelände oder auf dunklen Landstraßen enorme Helligkeit liefern können. Ergänzt wird das Ganze durch drei bernsteinfarbene Markierungsleuchten in der Motorhaube. Diese Anordnung erinnert an die Beleuchtung breiter Hochleistungs-Pick-ups und verleiht dem kompakten Dakota visuell die Präsenz größerer Modelle. Für Fans der Marke ist der Bezug zum breiten, leistungsorientierten Ram 1500 RHO unverkennbar. Die Lichtsignatur dient damit nicht nur der Funktion im Offroad-Einsatz, sondern schafft auch ein klares Wiedererkennungsmerkmal, das den Nightfall im Straßenverkehr sofort identifizierbar macht.
Möglicher Antrieb: Turbo-Diesel für Alltag und Abenteuer
Offiziell hält sich Ram beim Thema Motorisierung des 2026 Dakota bislang zurück, doch ein Emblem am Fahrzeug lässt wenig Zweifel daran, dass ein Turbomotor unter der Haube arbeitet. Naheliegend ist die Verwendung eines 2,2-Liter-Turbodiesels mit vier Zylindern in Reihe, der bereits in anderen Trucks dieser Plattform zum Einsatz kommt. Ein solcher Antrieb passt gut zum Einsatzprofil eines Midsize-Pick-ups: ausreichend Drehmoment für Anhängerbetrieb und Geländefahrten, dabei aber im Verbrauch deutlich effizienter als große US-Benziner. Für Käufer in Südamerika, die ihren Pick-up sowohl im Arbeitsalltag als auch für Freizeitaktivitäten nutzen, dürfte ein kräftiger, relativ sparsamer Diesel mit rund 2,2 Litern Hubraum eine interessante Kombination darstellen.
Markenstrategie: Dakota als Türöffner im Midsize-Segment
Mit der Wiederbelebung des Namens Dakota knüpft Ram bewusst an eine lange Pick-up-Historie an. Der Name ist vielen Enthusiasten noch aus früheren Ram- und Dodge-Midsize-Trucks bekannt und trägt damit einen gewissen Kultfaktor in sich. Für Südamerika positioniert Ram den Dakota als idealen Einstieg in ein Segment, in dem sich diverse Hersteller harte Konkurrenz liefern. Die Marke betont, dass der Name die Erfahrung und das Know-how eines Herstellers widerspiegeln soll, der sich in dieser Region ganz auf Pick-ups konzentriert. Für Kunden soll der Dakota also weniger ein experimentelles Nischenprodukt sein, sondern ein modellpolitisch durchdachter Baustein innerhalb einer breiten Pick-up-Familie.
Abgrenzung zur künftigen US-Version des Dakota
Spannend ist auch der Blick über den südamerikanischen Markt hinaus. Ram arbeitet parallel an einem neuen Midsize-Pick-up für die USA, der 2026 in Produktion gehen und als Modelljahr 2027 an den Start gehen soll; er könnte den Namen Dakota tragen. Dieses Fahrzeug wird sich technisch und konzeptionell vom südamerikanischen Dakota unterscheiden, könnte aber denselben Namen tragen. Für europäische Beobachter ist das ein interessanter Hinweis auf die interne Plattformstrategie: Während der südamerikanische Dakota auf einer gemeinsam mit anderen Herstellern genutzten Leiterrahmen-Basis fährt, dürfte die US-Variante einen anderen technischen Hintergrund erhalten. In jedem Fall zeigt der Nightfall Concept, wie stark Ram den Namen Dakota emotional auflädt – mit Offroadoptik, robustem Aufbau und klarer Markenidentität.
Fokus-Feature: Der Offroad-Aufbau des Nightfall Concept
Unter all den Details des 2026 Ram Dakota Nightfall sticht der konsequente Offroad-Aufbau besonders hervor. Die Kombination aus Höherlegung, Fox-Stoßdämpfern und etwa 84 Zentimeter hohen All-Terrain-Reifen zielt klar auf Fahrer, die ihre Wege nicht auf Asphalt enden lassen wollen. Der höhere Aufbau verbessert die Geländegängigkeit, indem er kritische Fahrzeugbereiche wie Unterboden und Achsen besser vor Felsen und Hindernissen schützt. Gleichzeitig ermöglichen die Dämpfer hohe Geschwindigkeiten auf schlechten Pisten, ohne dass das Fahrzeug unruhig wird oder durchschlägt. Dieses Paket könnte den Dakota in Südamerika zu einem interessanten Werkzeug für alle machen, die lange Strecken über Schotter, Feldwege oder unbefestigte Straßen zurücklegen – vom Landwirt über Bauunternehmer bis hin zum ambitionierten Freizeit-Offroader.
Praxisnutzen für Pick-up-Fans und Ausblick
Für Leserinnen und Leser, die sich für mittelgroße Pick-ups begeistern, setzt der 2026 Ram Dakota Nightfall ein klares Zeichen: Ram versucht, die Optik und Präsenz eines großen Full-Size-Pick-ups in ein handlicheres Format zu übertragen, ohne den Nutzwert zu vernachlässigen. Die robuste Plattform, das Offroad-Fahrwerk, die clever platzierte Reserveradhalterung und die markante Lichtsignatur ergeben ein Gesamtpaket, das auf harte Einsätze vorbereitet wirkt. Auch wenn bisher weder konkrete Leistungsdaten noch Verbrauchswerte oder Preise kommuniziert wurden, lässt das Konzept erkennen, in welche Richtung sich der Serien-Dakota in Südamerika entwickeln dürfte. Für den europäischen Markt bleibt der Wagen zwar zunächst Theorie, für Fans amerikanischer Pick-ups aber ein spannender Fingerzeig, was im globalen Portfolio der Marke möglich ist.
Bilder: Ram



