Gelber Ferrari 275 GTB Long Nose Alloy Baujahr 1965 mit blauen und roten Streifen fährt auf einer Rennstrecke.
Historischer Ferrari 275 GTB Long Nose Alloy von 1965 mit Startnummer 136 auf der Rennstrecke (Fotos: Anbieter, siehe unten)

1965 Ferrari 275 GTB Long Nose Alloy

Ein automobilhistorisches Kunstwerk: der 1965 Ferrari 275 GTB Long Nose Alloy verkörpert die Leidenschaft für Geschwindigkeit, Handwerk und italienisches Design. Dieses Modell, das erstmals 1964 vorgestellt und bis 1968 gebaut wurde, zählt zu den markantesten Berlinettas der Nachkriegsära. Pininfarina zeichnete die Karosserie, die in ihren Proportionen an die legendäre 250 GTO erinnert. Die Long-Nose-Variante fügte eine technisch motivierte Verlängerung der Front hinzu, um die Aerodynamik bei hohen Geschwindigkeiten zu verbessern. Unter der Haube sitzt der Colombo-V12 mit 3,3 Litern Hubraum und rund 280 PS (ca. 206 kW), eine Motorcharakteristik, die sowohl auf der Landstraße als auch bei historischen Rennen für Gänsehaut sorgt.

Design, Form und Funktion

Gelber Ferrari 275 GTB Long Nose Alloy mit Startnummer 136 auf Asphaltstraße im Freien
Seitenansicht des restaurierten Ferrari 275 GTB Long Nose Alloy, gelb lackiert mit Startnummer, auf einer Asphaltstrecke (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Das Long-Nose-Profil ist mehr als eine ästhetische Verfeinerung: Es korrigierte das bei frühen Modellen beobachtete Auftriebverhalten an der Vorderachse bei hohen Geschwindigkeiten. An Stelle der ovalen Lufteinlassöffnung tritt eine schmalere, elliptische Öffnung – ein Detail, das Eleganz und Funktionalität verbindet. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Aluminiumkarosserie dieser Ausführung: Die Leichtbauweise reduziert das Gewicht spürbar gegenüber der Serienstahlkarosserie und verbessert so Fahrdynamik und Agilität. Die ursprüngliche Außenfarbe war Giallo Fly, kombiniert mit einem Interieur aus blauem Leder – ein mutiger, aber harmonischer Kontrast, der die Individualität dieses Exemplars unterstreicht.

Technische Signatur und Fahrverhalten

Blick in den Motorraum eines gelben Ferrari 275 GTB Long Nose Alloy mit geöffneter Motorhaube.
Der Colombo-V12 im Ferrari 275 GTB Long Nose mit Aluminiumkarosserie in Giallo Fly. (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Technisch war der 275 GTB seiner Zeit voraus: Erstmals brachte Ferrari eine vollunabhängige Hinterradaufhängung bei einem Straßensportwagen und verlegte das Fünfganggetriebe hinter die Hinterachse (Transaxle-Bauweise). Diese Kombination verbesserte die Gewichtsverteilung und Traktion, was zusammen mit der leichten Aluminiumkarosserie zu einer ausgewogenen Fahrbalance führte. Die hier beschriebene Ausführung ist in Wettbewerbsspezifikation ausgerüstet, mit sechs Weber-Vergasern – eine Lösung, die das Ansaugverhalten optimiert und dem V12 eine unmittelbare Gasannahme schenkt. Solche Merkmale erklären, warum diese Modelle bei historischen Rallyes und Ausfahrten begeistern.

Chassis, Authentizität und Dokumentation

Holzlenkrad und Armaturenbrett im Innenraum eines Ferrari 275 GTB Long Nose Alloy, Baujahr 1965, mit blauem Leder.
Detailansicht des originalgetreu restaurierten Cockpits eines Ferrari 275 GTB Long Nose Alloy mit Holzlenkrad und blauem Lederinterieur. (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Dieses Exemplar trägt die Chassisnummer 08059 und verfügt über einen matching-numbers Motor und Fahrgestell – ein entscheidendes Merkmal für Sammler, das die Authentizität bestätigt. Ergänzt wird die Historie durch die Ferrari Classiche „Red Book“-Zertifizierung sowie einen Massini-Report, die beide die Originalität wichtiger Komponenten dokumentieren. Solide Dokumentation ist bei klassischen Ferraris essenziell für das Verständnis des Fahrzeugs und seiner historischen Bedeutung.

Lebenslauf: Besitzer und Herkunft

Blaues Lederinterieur und Armaturenbrett eines Ferrari 275 GTB Long Nose Alloy von 1965
Das exklusive Interieur mit blauem Leder und Holzdetails des Ferrari 275 GTB Long Nose Alloy, Baujahr 1965 (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Die Chronik dieses Autos liest sich wie eine Reise durch Orte und Sammlerleidenschaften: Die Auslieferung erfolgte an Stabilimenti Chimico Farmaceutico G. Alberani S.p.A. in Bologna, Italien. Das Auto verblieb zunächst in Italien und wurde regelmäßig in der Ferrari-Fabrik betreut. 1973 gelangte es in die USA nach Fort Wayne, Indiana, in den Besitz von Lee Wilson und wurde bei Treffen des Ferrari Club of America gezeigt. Später gehörte es dem kalifornischen Sammler Shin Takei und wurde 2003 von dem belgischen Kenner Philippe Lancksweert übernommen – eine Historie, die private Leidenschaft und öffentliche Präsenz widerspiegelt.

Restauration und Rennpraxis

Gelber Ferrari 275 GTB Long Nose Alloy von 1965 mit Startnummer 136 und Rallyestreifen auf einer Landstraße.
Der restaurierte Ferrari 275 GTB Long Nose Alloy im Giallo Fly auf einer Rennstrecke, mit Startnummer 136 und Rallyestreifen. (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Unter der Obhut von Philippe Lancksweert erhielt der Wagen eine umfangreiche Restaurierung: Karosseriearbeiten wurden von Bachelli & Villa ausgeführt, das Interieur von Luppi neu bezogen. Darüber hinaus erfolgte eine Umrüstung auf Wettbewerbsspezifikation durch Roelofs, mit sechs Weber-Vergasern, einem äußeren Tankdeckel, einem Überrollbügel für den Fahrer, einer Rennkraftstoffzelle und 15-Zoll-Rädern (ca. 38 cm). Solche Modifikationen ermöglichen den sicheren Einsatz bei historischen Rennen und verändern die Präsenz des Fahrzeugs bei Treffen.

Rennkarriere und Auftritte

Die Renn- und Rallyeaktivitäten dieses 275 GTB sind eindrücklich: Mehrfaches Erscheinen beim Tour Auto – mindestens neun Teilnahmen, zuletzt 2024 – sowie Einsätze bei der Modena Cento Ore und den Le Mans Classic beweisen die aktive Motorsport-Geschichte. Diese Wettbewerbserfahrung gehört zur Seele des Fahrzeugs und macht jeden Einsatz zu einem lebendigen Kapitel in der Historie klassischer Rennwagen.

Faszination, Fokusmerkmal und Fazit

Als besonders faszinierendes Merkmal dieses 275 GTB tritt die Kombination aus Transaxle-Getriebe und vollunabhängiger Hinterradaufhängung hervor: Gemeinsam mit dem leichten Aluminiumaufbau sorgt sie für ein präzises Fahrgefühl. Der Charakter des V12, die Reaktion der sechs Weber-Vergaser und die Balance zwischen Eleganz und Rennsportpragmatik machen dieses Exemplar zu einem reizvollen Klassiker der 1960er-Jahre. Mit dokumentierter Historie, Ferrari Classiche-Anerkennung und sorgfältiger Restaurierung steht dieses Auto für automobilen Erhalt. Er ist hervorragend für weitere Fahrfreude auf der Straße und bei exklusiven Veranstaltungen geeignet.

Bilder: Anbieter des Fahrzeuges