Jaguar C-Type XKC 006 in Dunkelgrün mit weißer Startnummer auf Rennstrecke, Frontansicht, Fahrer mit Schiebermütze
Der legendäre Jaguar C-Type (Chassisnummer XKC 006) in Bewegung auf der Rennstrecke, bekannt aus der Geschichte von Ecurie Ecosse und Ian Stewart. (Fotos: Anbieter, siehe unten)

1952 Jaguar C-Type: Ecurie Ecosse Ikone

Ein Auto, das Geschichte atmet, oder besser „ausatmet“: Der 1952er Jaguar C‑Type mit der Chassisnummer XKC 006 trägt die Spuren einer Rennära, in der Mut, Ingenieurskunst und die Sehnsucht nach Geschwindigkeit zusammenfanden. Dieses Exemplar wurde am 4. Juli 1952 von Jaguar an das legendäre Team Ecurie Ecosse ausgeliefert und auf JWS 353 zugelassen – und ging gleich in die Renngeschichte ein. Bereits beim Debüt, dem Jersey International Road Race 1952, fuhr Ian Stewart den Wagen in den Sieg. Solche Premieren schreiben nicht nur Ergebnislisten, sie prägen das Bild einer Marke und eines Teams. Die schlanke Aluminiumkarosserie auf Rohrrahmen, das offene Cockpit und der röhrende Reihensechszylinder lassen noch heute die Vorstellung von Rennstrecken, Benzingeruch und adrenalinfördernden Überholmanövern lebendig werden.

Eine schottische Premiere und frühe Dominanz

1952er Jaguar C-Type XKC 006 in blauer Lackierung mit Startnummer JWS 353 auf einer Rennstrecke, frontal fotografiert.
Frontansicht des historischen 1952er Jaguar C-Type XKC 006 mit Rennlackierung auf einer klassischen Rennstrecke. (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Die Saison 1952 wurde für dieses C‑Type‑Exemplar zu einer Abfolge von Triumphen: Siege in Charterhall, Crimond, Turnberry, beim Wakefield Trophy (Curragh), in Goodwood und Castle Combe festigten den Ruf des Wagens als ernstzunehmende Rennmaschine. Die Erfolge setzten sich 1953 fort – erneut Siege in Charterhall und Ibsley sowie drei Laufsiege auf Snetterton. Selbst bei anspruchsvollen Ereignissen wie dem Goodwood Easter Handicap 1953, wo das Auto zusammen mit Ninian Sanderson Platz sechs belegte, bewies es Beständigkeit. Diese Bilanz zeichnet ein Fahrzeug mit Rennseele und Wettbewerbsfähigkeit über mehrere Saisons hinweg.

Geschichten auf vier Kontinenten

Historischer Jaguar C‑Type XKC 006 von 1952 in blauer Lackierung auf einer Rennstrecke, Seitenansicht
Seitenansicht des historischen 1952er Jaguar C‑Type XKC 006, fotografiert auf einer Rennstrecke (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Die Lebenslinie dieses Jaguars liest sich wie ein Roman: Nach der Übergabe an Ian Stewart wurde das Auto im November 1953 zum Verkauf ausgeschrieben. 1954 gehörte es dem Niederländer Hans Davids, der unter anderem Spa gewann; später, im März 1955, wurde es in Großbritannien von Brian Corser für Sprint‑Einsätze geführt. 1960 ging der Wagen in die USA und gehörte David Bevier in New York, ehe er 1973 zurückkehrte und Mitte der 1970er Jahre in die Hände des britischen Sammlers Bill Lake gelangte. Circa 1975 erfolgte eine vollständige Restaurierung durch Lynx unter der Leitung von Chris Keith‑Lucas. In den 2000er‑Jahren blieb das Fahrzeug lange in Lakes Familie, wechselte dann zu einem amerikanischen Sammler; 2010 wurde XKC 006 über Fiskens in eine der bedeutendsten Sammlungen von Wettbewerbs‑Jaguar aufgenommen.

Technik, Gewicht und rohe Eleganz

Nahaufnahme des Scheinwerfers eines Jaguar C-Type 1952 mit Le Mans-Prägung und blau-weißem Streifen auf dem Kotflügel.
Der charakteristische Scheinwerfer des 1952er Jaguar C-Type mit markanter Le Mans-Beschriftung und klassischem Karosseriestreifen. (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Als frühes Nachkriegsrennmodell ist der C‑Type ein Kompromiss aus Leichtbau und Leistungsbereitschaft: Die Karosserie aus Aluminium sitzt auf einem Rohrrahmen, das Leergewicht liegt bei rund 1 016 kg. Angetrieben wird das Fahrzeug von einem 3 442 cm³ großen DOHC‑Reihensechszylinder der XK‑Baureihe, in der Ursprungskonfiguration mit etwa 153 kW Leistung. Die Kombination aus geringem Gewicht, einem überschaubaren Hubraum und einem Viergang-Getriebe verlieh dem Wagen eine Spitzengeschwindigkeit von circa 232 km/h. Ursprünglich mit Trommelbremsen ausgestattet, markierte die C‑Type‑Entwicklung zugleich einen technischen Sprung: Die Einführung von Scheibenbremsen zahlte sich in der Rennpraxis bereits 1952 aus.

Ein besonderes Detail: der originale Motor

Detailaufnahme des Jaguar C-Type Reihensechszylinder-Motors im Motorraum, original erhalten.
Der originale DOHC-Sechszylindermotor des Jaguar C-Type XKC 006, gut erhalten und technisch eindrucksvoll restauriert. (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Was manchen Sammler und Historiker am meisten fasziniert, ist die Authentizität dieses Exemplars: XKC 006 trägt weiterhin seinen originalen Werksmotor und wird zusätzlich mit einem zweiten, als „Rennmotor“ bezeichneten Aggregat geliefert. Der Erhalt des Originalmotors bedeutet mehr als reine Provenienz; er ist ein direkter, mechanischer Bezug zur ersten Rennsaison, zum Debüt in Jersey und zu den späteren Erfolgen. Gleichzeitig bietet der zweite Motor praktische Flexibilität für den historischen Rennbetrieb: Erlaubt sind Verschleiß‑Schutz, Austauschoptionen bei Belastung und die Möglichkeit, das originale Triebwerk zu konservieren. Für Liebhaber von historischer Authentizität und gleichzeitig regelmäßiger Renneinsatzfähigkeit ist diese Kombination aus Originalität und Zweckmäßigkeit ein seltener und wertvoller Kompromiss.

Vom Rennalltag zur historischen Bühne

Das Cockpit des Jaguar C-Type XKC 006 Baujahr 1952 mit Rennlenkrad, klassischen Rundinstrumenten und Windschutzscheiben.
Blick ins Cockpit des historischen Jaguar C-Type XKC 006 mit originalen Details und sportlicher Ausstattung. (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Nach den aktiven Jahren in den 1950er‑Jahren hat sich das Leben des Wagens verändert – nicht aber seine Bestimmung. XKC 006 wurde regelmäßig bei hochrangigen historischen Veranstaltungen eingesetzt, darunter Revival‑Events und Klassiker wie Le Mans Classic, Monaco Historique, Spa Six Hours und der Silverstone Classic. Unter der Obhut von CKL Developments wurde das Fahrzeug technisch betreut und für den anspruchsvollen Einsatz in der historischen Rennszene vorbereitet. So bleibt der C‑Type kein stilles Museumsstück, sondern ein lebendiges Zeugnis früher Renningenieurskunst, das auf den schönsten Rennplätzen der Welt seine Spuren hinterlässt.

Die Magie des Fahrens und ein kleiner Traum

Die Faszination dieses Jaguar C‑Type beruht auf mehreren Ebenen zugleich: auf der Form, die Geschwindigkeit verspricht; auf der Technik, die für ihre Zeit avanciert war; und auf der Geschichte, die in jedem Bauteil nachhallt. Wer sich vorstellt, das Lenkrad eines solchen offenen Renners zu halten, hört fast das charakteristische Dröhnen des Reihensechsers, spürt das unmittelbare Ansprechverhalten und erlebt eine Verbindung zur Mobilität, die in modernen Autos selten so unmittelbar bleibt. Es ist ein Traum – die Vorstellung, ein Stück Motorsportgeschichte zu besitzen und damit auf den Revival‑Strecken wieder aufzutauchen, die einst die Karriere dieses Wagens prägten.

Aktueller Status: Der Wagen wird bei Fiskens angeboten und ist regelmäßig bei historischen Rennveranstaltungen (u. a. Goodwood Revival) zu sehen; technische Betreuung durch CKL Developments. 

Bilder: Anbieter des Fahrzeuges