Seitenansicht eines restaurierten 1912 Baker Electric Model V Special Extension Coupe mit schwarz-goldenen Rädern und klassischer Aluminiumkarosserie.
Das seltene 1912 Baker Electric Model V Special Extension Coupe besticht durch elegante Linien, patentlederne Kotflügel und luxuriöses Interieur. (Foto: Hersteller)

1912 Baker Electric Model V: Eleganz der frühen Elektromobilität

Die 1912 Baker Electric Model V Special Extension Coupe ist mehr als ein Fahrzeug — sie ist ein Zeitdokument der frühen automobilen Elektrifizierung, in dem Handwerkskunst, technischer Einfallsreichtum und gesellschaftlicher Glanz jener Ära zusammenfinden. Mit einer leichten Aluminiumkarosserie im seltenen Four‑Passenger Special Extension Coupe‑Format verkörpert dieses Exemplar das, was zeitgenössische Anzeigen „The Aristocrat of Motordom“ nannten: ein Auto, das für gehobene Ansprüche gefertigt wurde. Die auffällige Kombination aus eleganter Linienführung, luxuriöser Ausstattung und einer Technik, die zur damaligen Spitzenklasse gehörte, macht das Baker Model V zu einem faszinierenden Objekt — nicht nur für Sammler, sondern für alle, die die Entwicklung der Mobilität verstehen wollen.

Handwerk und historische Herkunft

Heckansicht des 1912 Baker Electric Model V Special Extension Coupe, restauriertes, schwarzes Elektroauto mit vergoldeten Speichenfelgen und luxuriösen Details.
Das restaurierte 1912 Baker Electric Model V Special Extension Coupe mit Aluminiumkarosserie und eleganter Linienführung, aufgenommen aus der Heckperspektive. (Foto: Anbieter; siehe unten)

Gebaut von der Baker Motor Vehicle Company in Cleveland, Ohio, stand dieses Fabrikat für höchste Qualität unter amerikanischen Elektrofahrzeugen. Das vorgestellte Coupé stammt aus einer Zeit, in der elektrische Antriebe in urbanen Kreisen als komfortabel, leise und nobel galten — Eigenschaften, die Baker besonders herausstellte. Das Fahrzeug war ehemals im Besitz des Hamiltoner Anwalts Hugh Holbrock; nach Clara Holbrocks Tod wurde die Sammlung 2005 versteigert, und James Cousens erwarb den Wagen aus dem Holbrock‑Nachlass. Nach Stationen in bekannten Sammlungen – darunter die Cedar Crossing Collection – und mehreren namhaften Besitzern blieb das Auto in bemerkenswert gutem Zustand und fand dank einer anspruchsvollen Restaurierung zurück zu seinem einstigen Glanz. 

Restaurierung als Kunstform

Restaurierter Innenraum des 1912 Baker Electric Model V Special Extension Coupe mit Brokat und Tuch
Luxuriöse Brokat- und Tuchpolsterung im restaurierten Baker Electric Model V von 1912 (Foto: Anbieter; siehe unten)

Die Restaurierung dieses Model V ist ein Kapitel für sich: Eine vollständige, äußerst sorgfältige Überarbeitung wurde von Bill Auerbach geleitet, die patentlederne Kotflügel in traditioneller Handarbeit nachfertigen ließ — eine Arbeit, die von amischen Handwerkern umgesetzt wurde. Mark Larder steuerte eine Innenausstattung aus braunem Broadcloth und Brokat bei, die den luxuriösen Charakter des Wagens unterstreicht. Solche Details sind mehr als kosmetische Maßnahmen; sie sind eine Hommage an die Material- und Verarbeitungsqualität aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Die hochwertige Ausführung von Karosserie und Interieur sowie die erstklassige Endverarbeitung heben dieses Exemplar von den meisten erhaltenen Pionierfahrzeugen ab.

Technik, die fasziniert

Detailaufnahme moderner Batterien und eines Ladegeräts im restaurierten Baker Electric Model V von 1912
Akkus und Ladesystem des historischen Baker Electric Model V Special Extension Coupe von 1912 (Foto: Anbieter; siehe unten)
Voltmeter und Amperemeter im Innenraum des 1912 Baker Electric Model V Coupé.
Detailaufnahme des originalen Kombiinstruments für Spannung und Stromstärke im 1912 Baker Electric Model V Special Extension Coupé. (Foto: Anbieter; siehe unten)

Auf technischer Ebene ist das Model V ein Lehrstück früher Elektroingenieurskunst: Ein 60‑Volt‑Batteriesystem speist einen hochdrehenden Gleichstrommotor von General Electric, dessen Leistung über einen fünfstufigen Drehschalter gesteuert wird. Diese fünf Gänge in Form eines Rotary‑Controllers erlaubten eine feine Dosierung von Geschwindigkeit und Drehmoment und zeigen, wie Hersteller schon früh versuchten, die Fahrbarkeit elektrischer Antriebe dem Komfort von Benzinmotoren anzugleichen. Die Fahrwerksarchitektur mit einer Gruenfeldt‑Starrachse hinten und halbelliptischen Blattfedern war für die Zeit robust konzipiert und bildete die Basis für das ruhige, gediegene Fahrverhalten, das Kundschaft der oberen Gesellschaftsschichten erwartete. In einer Zeit, in der elektrische Steuerungen noch in Kinderschuhen steckten, bot dieser Regler eine überraschend differenzierte Fahrdynamik: vom sanften Anrollen in der Stadt bis zu gleichmäßigen Fahrtaufnahmen auf längeren Strecken. Dieser Mechanismus veranschaulicht, wie früh Ingenieure auf die Herausforderung reagierten, elektrischen Antrieben eine dem Fahrer vertraute Kontrolle zu geben.

Design und Materialwahl

Seitenansicht eines restaurierten, luxuriösen Baker Electric Model V Special Extension Coupe von 1912 mit Aluminiumkarosserie und eleganten Details
Das seltene Baker Electric Model V von 1912 – ein Meilenstein der frühen Elektromobilität (Foto: Anbieter; siehe unten)
Seitliche Detailaufnahme einer historischen Laterne und der Aluminiumkarosserie mit Zierlinien eines 1912 Baker Electric Model V Special Extension Coupe
Nahaufnahme der klassischen Seitenlaterne und Karosseriedetails der Baker Electric Model V von 1912 (Foto: Anbieter; siehe unten)

Besonders bemerkenswert ist die Verwendung einer leichten Aluminiumkarosserie, ein damals vergleichsweise teurer und aufwändiger Werkstoff, der für das Four‑Passenger Special Extension Coupe genutzt wurde. Diese Karosserieform wurde nach 1912 eingestellt — was den gezeigten Wagen zu einem Stück gestalterischer und technischer Historie macht. Die Kombination aus Aluminiumaußenhaut, patentledernen Kotflügeln und einem edlen Brokatinterieur erhebt den Wagen über reine Mobilitätsfunktion hinaus und macht ihn zu einem Ausdruck von Stilbewusstsein und sozialem Status jener Jahre.

Soziale Bedeutung und Sammlerwert

Baker‑Fahrzeuge waren die Wahl der „cream of society“ — Menschen, die Wert auf Lautlosigkeit, Sauberkeit und vornehme Erscheinung legten. Dieses Modell hat eine bemerkenswerte Provenienz: von den Holbrocks über die Sammler James Cousens und Terry Adderley bis zu späteren Besitzern, die das Auto sorgfältig bewahrten. Jeder dieser Stationen trug zur Geschichte des Wagens bei und erhöhte seinen kulturellen Stellenwert. Die Kombination aus seltener Karosserieausführung, feinster Restaurierung und lückenloser Historie macht dieses Baker Model V zu einem der bedeutendsten erhaltenen Exemplare amerikanischer Vor‑Krieg‑Elektromobilität. 

Warum dieses Auto heute berührt

Der Reiz des 1912er Baker Electric liegt nicht nur in seiner Optik, sondern in der erzählten Geschichte: ein Fahrzeug, das Technik, Handwerk und gesellschaftliche Ansprüche seiner Zeit auf einzigartige Weise verbindet. Die akribische Restaurierung hat das Auto in einen Zustand versetzt, der historische Authentizität mit musealer Präsentation vereint. Für Liebhaber automobiler Historie bleibt die Baker Model V eine Einladung zum Träumen — die Vorstellung, hinter dem Drehschalter Platz zu nehmen, die feine Polsterung zu spüren und den leisen, aber kraftvollen Antrieb zu erleben, verleiht dem Begriff Mobilität eine fast romantische Qualität. 

Preis und Gedanke zum Abschluss

Wer sich beim Betrachten dieses Baker Model V erlaubt, von einer eigenen Vitrine auf Rädern zu träumen, wird von der Realität nicht weit entfernt sein; solch ein Wagen repräsentiert hohe Sammlerwerte und seltene handwerkliche Perfektion. Der Schätzwert liegt in der Größenordnung von 400.000 bis 500.000 US‑Dollar (entsprechend etwa 340.000 bis 425.000 Euro). Dieses Baker‑Coupé ist damit nicht nur ein Stück Technikgeschichte, sondern auch ein Objekt von höchster Provenienz und Seltenheit — ein Wunschtraum für all jene, die die Poesie der frühen Elektromobilität lieben. 

Bilder: Anbieter des Fahrzeuges